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20.12.2010 - Kulturpreis 2010 des Landkreises Forchheim


1. Bgm. Heinz Richter, Peter Lichtenberger, Landrat Reinhardt Glauber (v.l.n.r.)


Landrat Reinhardt Glauber überreichte am Freitag, 17.12.2010 den diesjährigen Kulturpreis des Landkreises Forchheim bei einer Feierstunde in der Forchheimer St. Gerionskapelle an Peter Lichtenberger, Neunkirchen.

Hier die Laudatio von Landrat Reinardt Glauber:

Der Kulturpreis 2010 ist zweigeteilt und mit jeweils 2500 .-€ dotiert. Der Kreistag des Landkreises Forchheim hat den Preis, die höchste Auszeichnung für kulturelle Verdienste im oder für den Landkreis zwei höchst verdienten Persön-lichkeiten aus der praktischen und angewandten Kulturarbeit und dem Kulturmanagement, Herrn Dr. Hans Weisel aus Ebermannstadt und Herrn Peter Lichtenberger aus Neunkirchen am Brand zugesprochen.

Peter Lichtenberger

Lieber Herr Lichtenberger,
Sie gestatten mir, eingangs meiner Laudatio einige Eckdaten Ihres Lebenslaufes bekannt zu geben.
Sie wurden 1944 geboren. Ihre schulische Laufbahn absolvierten Sie in Frankfurt am Main und beendete diese im Jahr 1960 mit dem seinerzeitigen Mittelschulabschluss. In der Frankfurter Zweigniederlassung von Siemens absolvierten Sie eine Lehre zum Industriekaufmann.
Seit 1976 wohnen Sie in Neunkirchen am Brand und sind bei der Firma Siemens in Erlangen beruflich tätig. Im Jahr 1979 lernten Sie Felix Müller und dessen Frau Gertrud kennen. Eine Begegnung, die Ihr weiteres Leben mitbestimmte.
Von 1979 bis 2009 waren Sie als musisch und künstlerisch vielseitig interessierter Mensch Chorsänger in St. Matthäus, Erlangen.
Im Oktober 1983 veranstalteten Sie in privater Initiative Ihr erstes Konzert der Reihe „Neunkirchener Konzerte“. In den 1980er Jahren bis 1990 waren Sie Lektor, Kantor, Pfarrgemeinderat und Pfarrgemeinderatsvorsitzender der ev.-lutherischen Pfarrgemeinde St. Michael in Neunkirchen.
Im Jahr 2002 begannen Sie nach 42 Dienstjahren bei der Firma Siemens mit der Altersteilzeit. Ende des Jahres 2002 wurden Sie vom Markt Neunkirchen zum Beauftragten für das Felix-Müller-Museum bestimmt. Seit dieser Zeit bearbeiten Sie das Museum ehrenamtlich und weitgehend selbständig mit hohem Einsatz, perfekter Kenntnis der Vita und des Werks von Felix Müller und mit erstaunlicher, wie auch für einen Laien herausragender Fachkompetenz.
Sie haben sich die Grundlagen musealer Arbeit überwiegend selbst beigebracht und erfüllen diese Aufgaben vorbildlich: Konservieren, Sammeln, Forschen und Publizieren. Hinzu kommt, dass Sie auch die vorgesehene monatliche Aufwandsentschädigung von 150,00 € für das Museum spenden. Ihr primärer Lebensinhalt ist die Kulturarbeit im Markt Neunkirchen.
Ohne Ihre Arbeit hätte der Markt Probleme, diese wichtige Disziplin zu besetzen und auch zu finanzieren. Unterstützung finden Sie bei der Museumsarbeit durch den Freundeskreis für Kunst und Kultur der, neben anderen Privatpersonen, die Museumsaufsicht bei den sonntäglichen Öffnungen übernimmt.
Seit 2003 haben Sie in akribischer und nimmermüder Arbeit 29 große und kleinere Sonderausstellungen organisiert und teilweise auch selbst konzipiert.
Diese Zahl von Sonderausstellungen, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist angesichts des Arbeitsanfalls einer solchen Ausstellung so gewaltig, dass auch ein hauptberuflicher Kurator unter der Last dieses Arbeitsanfalls gestöhnt hätte.
Die Ausstellungsthemen umfassen einzelne Schaffensphasen des Künstlers, viele seiner Arbeitstechniken und seine künstlerischen Intentionen. Man hat als Außenstehender schier den Eindruck, Felix Müller und sein Schaffen stellen für Herrn Lichtenberger eine beinahe unendliche Kreativitätsquelle dar.
Eine dieser Sonderausstellungen überragt die anderen noch: Im Frühjahr 2008 konnten Sie in den Räumen des Diözesanmuseums in Bamberg zum Thema „Kreuze, Madonnen, Heilige“ eine Ausstellung konzipieren.
Diese Aktion verschaffte dem Künstler und seinen Arbeiten ein überwältigendes Publikumsinteresse an einem exklusiven Standort.
Bemerkenswert und sehr arbeitsintensiv ist die Verfassung zweier Bücher, die im Verlag des Kulturamtes des Landkreises Forchheim erschienen sind: Briefwechsel mit dem Freund Karl Schwab 1933 – 1997 und Briefwechsel mit der Mutter Josefa 1945 – 1948. Ferner wurden die Gedichte Gertrud Müllers publiziert.
Der Sammlungsbestand hat sich in der Ära Ihrer Museumsleitung ebenfalls prächtig entwickelt. Sie sind unentwegt damit beschäftigt, Werke Felix Müllers aus ganz Süddeutschland zusammenzutragen.
Dabei ist es gelungen, wichtige Leihgaben zu sichern und den Bestand durch Ankäufe zu ergänzen. Das ist nur möglich, weil Sie das Gesamtwerk, dessen Verbleib und die Provenienzen der Arbeiten von Felix Müller wie kein Zweiter kennen und ihm auch verbunden sind.

Eine zweite Leidenschaft des unermüdlichen Kulturarbeiters Peter Lichtenberger ist das Konzertwesen.
Seit 1983 haben Sie 157 Konzerte – Sie haben richtig gehört, meine sehr verehrten Damen und Herren: einhundertsiebenundfünfzig - mit überwiegend klassischer Musik veranstaltet und privat finanziert.
Die Gemeinde unterstützte Sie durch kostenlose Vorankündigung im Gemeindeblatt und kostenlose Überlassung der Katharinenkapelle als Veranstaltungsraum. Auf die Hilfe des gemeindlichen Bauhofs bei großen Konzerten konnten Sie gelegentlich zurückgreifen.
Insgesamt haben Sie 100 Kammerkonzerte, 30 Liederabende, 10 Orgelkonzerte und 20 große Chor- und Orchesterkonzerte durchgeführt, eine für eine private Initiative fast unglaubliche Bilanz.
Darunter waren viele große Werke der alten und klassischen Sakralmusik: Die Johannes-Passion von Schütz, dem ersten großen Meister der Historienvertonung, das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach oder das wohl bekannteste Händeloratorium „Der Messias“.
Sie haben es aber auch gewagt, Musikliteratur für den Liebhaber anzubieten: Heinrich Ignaz Franz Bibers Rosenkranzsonaten, Musik von Janacek oder die Kreisleriana von E.T.A. Hoffmann beispielsweise.
Dies ist Klassik außerhalb des „Mainstream“. Solche Kompositionen in der Region des Forchheimer Landes anzubieten ist mutig, dafür zolle ich meinen Respekt.
Bemerkenswert ist ebenso, dass es Ihnen gelungen ist, in Ihrer Konzertreihe Mitschnitte des Bayerischen Rundfunks bei mehreren Veranstaltungen in den letzten Jahren zu erreichen. Auch dies ist ein Indiz für die Stellung Ihrer Veranstaltungsreihe.

Herr Lichtenberger, Sie haben sich um die Kulturarbeit im Markt Neunkirchen und im gesamten Landkreis Forchheim herausragende Verdienste erworben, die mit dem Kulturpreis des Landkreises Forchheim eine entsprechende Würdigung und Anerkennung erfahren. Meinen herzlichen Glückwunsch zu dieser höchsten Auszeichnung im Landkreis Forchheim.

Die Meldung wurde von Seiten eines Vereins oder einer Gruppierung eingereicht und gibt nicht zwingend die Meinung der Marktgemeinde Neunkirchen am Brand wieder. Weitere Infos

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