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Erlanger Nachrichten - 17.03.2008

Ein Schock für Schön


Heinz Richter

Die Kontrahenten in Heroldsberg fanden kaum Worte

ERLANGEN–LAND
— Jubel in Heroldsberg bei der CSU, Trauer bei der SPD: Johannes Schalwig löst Melitta Schön auf dem Bürgermeisterposten ab.
Die Stichwahl in Heroldsberg war ein Herzschlagfinale: Am Ende hatte Schalwig fünf Stimmen mehr. 1871 Bürger (50,07 %) wählten den bisherigen Stellvertreter von Melitta Schön, die 1866 Stimmen erhielt (49,93 %). Beide waren völlig überrascht von dem Ergebnis.
Der Amtsinhaberin fiel es sichtlich schwer, gegenüber unserer Zeitung gleich nach der Entscheidung eine Stellungnahme abzugeben. „Ich will nur weg hier“, meinte sie im neuen Rathaus nach der Bekanntgabe der Zahlen. Sie gratulierte dem Sieger, konnte und wollte aber den Schock nicht überspielen.
Schalwig musste ebenfalls nach Worten suchen. „Ich bin völlig überrascht und einfach nur überwältigt. Damit war wirklich nicht zu rechnen.“ Eine Ursache des Erfolgs lag für ihn darin, dass sich seine Fraktionskollegen nach der ersten Wahl am 2. März noch einmal richtig ins Zeug legten und in vielen Einzelgesprächen anscheinend unschlüssige Wähler noch überzeugen konnten: „Auch ich habe gespürt, dass der Wunsch nach einem Wechsel in Heroldsberg sehr groß ist.“ Für Spannung war auch im Nachbarort Kalchreuth gesorgt. Hier hatte Gerhard Kuncz (CSU) vor zwei Wochen noch 44,08 %, Herbert Saft (FW) 42,85 Prozent erhalten. Doch auf der Zielgeraden konnte Saft mit nun 53,43 % Kuncz mit 46,57 % noch überholen.
Hauchdünn mit 16 Stimmen oder 51,61 zu 48,39 % setzte sich in Röttenbach Ludwig Wahl (FW) gegen Harald Rotschka (CSU) durch. Nach dem turbulenten Wahlkampf will der Sieger nun vor allem — im übertragenen Sinn — Brücken bauen, um für ein konstruktives Klima im Ort und im Gemeinderat zu sorgen.

Richter erfolgreich
Heinz Richter von den Freien Wählern ist neuer Bürgermeister in Neunkirchen. Mit 61,66 zu 38,34 % ließ er Andreas Pfister (SPD) klar hinter sich. Der Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen schon Ende des vergangenen Jahres zurückgetretenen Wilhelm Schmitt möchte jetzt vor allem die weitere Verbesserung der Kinderbetreuung und die Westumgehung vorantreiben. In Bubenreuth löst Rudolf Greif (CSU) den Sozialdemokraten Klaus Pilhofer ab. Mit 56,15 % war der bisherige 2. Bürgermeister gegen Johannes Karl von der SPD (43,85 %) erfolgreich.
Nachdem in Eckental Wilfried Glässer 2002 mit lediglich 19 Stimmen Unterschied Hans Holndonner (CSU) als Bürgermeister entthront hatte, konnte er das Amt nun souverän verteidigen und bei der Stichwahl 59,33 % der Stimmen holen, sein Herausforder Martin Hofmann (CSU) 40,67 %. Auch in Uttenreuth gewann der Amtsinhaber: Karl Köhler (Bürgergruppe) kam auf 63,18 %, sein Kontrahent Hans Wölfel (Bürgergemeinschaft) auf 36,82 %. Dass im Wahlkampffinale sein Alter thematisiert worden war, ärgert den 63-jährigen Köhler: „Ich werde allen zeigen, wie viel ich noch für den Ort bewegen kann!“ SCOTT JOHNSTON

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