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Fränkischer Tag - 19.01.2009
500 Bürger lehnen die Umgehung ab
Protest Eine Neunkirchner Bürgerinitiative wehrt sich gegen die seit 40 Jahren geforderte Entlastungsstraße.
Eine Verkehrs-Gefährdungsanalyse soll das Umdenken im Gemeinderat bewirken.



Bettina Wittmann von der Bürgerinitiative übergab im Rathaus eine Verkehrs-Gefährdungsanalyse an Bürgermeister Heinz Richter.Fr


Neunkirchen am Brand - In der Marktgemeinde formiert sich unter den Bürgern der Widerstand gegen die geplante und vom Marktgemeinderat beschlossene Westumgehung. Nach Ansicht vieler bringe die Umgehung keine wesentliche Entlastung für Straßen im Ortsinneren.
Im Rathaus übergab jetzt die Vorsitzende der 50 Mitglieder starken Bürgerinitiative für ein Modernes und Umweltbewusstes Neunkirchen e.V. (MUNk), Bettina Wittmann, zusammen mit ein paar Mitstreitern eine Verkehrs-Gefährdungsanalyse samt einer von 500 Bürgern unterschriebenen Protestliste an Ersten Bürgermeister Heinz Richter.
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„Ich halte an der Notwendigkeit einer Westumgehung fest.“
Bürgermeister Richter
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Seit über 40 Jahren ein Thema im Marktgemeinderat, zeichnete sich seit dem vergangenen Jahr eine schnellere Realisierung dieser so innig herbeigesehnten Entlastungstrasse ab, als bislang vorgesehen. Mit 12:4 Stimmen hatte das Gremium in der September-Sitzung die vom staatlichen Bauamt vorgelegte Planung beschlossen, die eine rund 2,5 km lange Trassenführung von der Südumgehung mittels eines bis zu 4,80 m hohen Fahrbahndammes durch das Ebersbacher Tal bis zur Anbindung über einen Kreisverkehr an die Staatsstraße 2243 bei Honings vorsieht. In Höhe des Regenüberlaufes ist dabei von der Erlanger Straße aus eine Einmündung und von der Erleinhofer Straße eine Auffahrt über einen Kreisverkehr geplant, mit einem Abzweig in die Gemeindeverbindungsstraße nach Rosenbach.
Das von der Initiative überreichte Dossier spricht sich gegen die Errichtung einer bis zu zehn Millionen Euro teuren Westumgehung für bis zu 3100 Fahrzeuge täglich mit all ihren negativen Folgen für die Neunkirchner Bürger wie eine erhöhte Hochwassergefährdung durch den Damm im Ebersbacher Tal, den Verlust wertvoller Naherholungsgebiete oder auch Lärmbelästigung zusätzlicher Wohngebiete sowie die Schaffung neuer Gefahrenstellen im Ort aus. Auch würde sicherlich durch die Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die Orte an der Umleitungsroute ein Mehr an Verkehrsbelastung, hauptsächlich durch den LKW-Verkehr zukommen.
Eine zwischenzeitlich von den Protestierenden durchgeführte Verkehrszählung hat ergeben, dass die Forchheimer Straße derzeit von etwa 6200 Fahrzeugen in 24 Stunden frequentiert wird. Nach Inbetriebnahme der Westumgehung würden aber immer noch 3200 Fahrzeuge diese Straße benutzen; die Friedhofstraße nutzen derzeit 4400 Fahrzeuge. Nach der Umgehung sind aber immer noch 3100 prognostiziert. Folglich würde durch die Westumgehung keine spürbare Entlastung erfolgen, wenn auch die Zahlen des staatlichen Bauamtes die Verkehrsentwicklung bis zum Jahre 2020 berücksichtigten.
Da mache es vielmehr Sinn, so Bettina Wittmann, für einen Bruchteil der Baukosten eine Sperrung des Durchgangsverkehrs für den Schwerlastverkehr zusammen mit einer neu zu überdenkenden Umfahrung in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden Effeltrich, Kleinsendelbach und Stöckach in die Wege zu leiten. Gleichzeitig müssten aber auch die ermittelten 13 Gefahrenpunkte in der Zuständigkeit des staatlichen Bauamtes sowie die 16 Risikostellen im Bereich des Marktes beseitigt werden.
Zusage: Alle Fakten prüfen
Das Marktoberhaupt sagte schließlich den Mitgliedern der Bürgerinitiative eine umfassende Prüfung der Fakten zu, wenngleich er in diesem Zusammenhang bemerken müsse, dass es sich die Bürgermeister mit ihren Gemeinderäten in der Vergangenheit sicherlich nicht zu leicht gemacht hätten und auch nicht gewillt sind, für ein zweifelhaftes Projekt das Geld der Steuerzahler auszugeben. Auch beabsichtige er, zu diesem Thema eine Bürgerinformationsveranstaltung zu halten, „um so allen Einwohnern den Verfahrensstand nahezubringen“. Es gebe aber auch inzwischen Unterschriftslisten von Menschen, die für die geplante Umgehungstrasse sind, sagte Richter. Er halte aber an der Notwendigkeit einer Westungehung fest, schon der unmittelbar an der Forchheimer- und Friedhofstraße anliegenden Bürger und der seit langem gefährdeten Fußgänger zuliebe. Schließlich wolle man allen Bürgern in Neunkirchen ein gutes Lebensgefühl bieten.

Karlheinz Frank