Sie befinden sich hier: Startseite > Aktuelles > Pressespiegel > Pressemeldung
Logo eDienste

Logo willkommen-in-neunkirchen.de
suchen

Termine

Aktuelle Meldungen

zuletzt geändert


Bild für Fusszeile Info

Nordbayerische Nachrichten - 21.06.2010
Leserbrief: Mehr als ein Biotop

Betrifft: „Der BN protestiert gegen den Verlust eines Biotops“, NN vom 22. Mai

Als Vorstandsmitglied der Kreisgruppe Forchheim des Bundes Naturschutz möchte ich unterstreichen, dass es dabei nicht nur um den Verlust eines einzelnen Biotops in Neunkirchen ging.
Die Verhältnisse von Neunkirchen mit über 80-prozentigem Schwund der Feuchtflächen und damit der Lebewesen in nur 100 Jahren, die die Basis einer gesunden Natur darstellen, stehen stellvertretend für ganz Bayern. Die Aktion in Neunkirchen war daher das Querschnittsbeispiel im Land, womit im „Jahr der Biodiversität“ darauf aufmerksam gemacht wurde, dass ein Umdenken überfällig ist.
Betont hatte dies auch Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede zum internationalen Jahr der biologischen Vielfalt am 11. Januar 2010: „Die Frage der Erhaltung der biologischen Vielfalt hat dieselbe Dimension und Bedeutung wie die Frage des Klimaschutzes. ...Wir brauchen eine Trendwende. ...Wir brauchen sie jetzt — unmittelbar und nicht irgendwann.“ Alle Mahnungen sind ausgesprochen, so auch von der UNEP, der Umweltbehörde der Vereinten Nationen. Diese hat dazu einen zusammenfassenden Dokumentationsfilm, welcher das drohende Artensterben mit der Bedrohung aus dem Klimawandel zusammenführt, erstellt. Eindringlich wird darin dargestellt, dass es massivste negative Veränderungen für unser aller Leben ab 2050 geben wird, falls nicht bis spätestens Ende dieses Jahrzehnts der Umschwung so realisiert wird, dass er Wirkung zeigt.
Eine gesunde Natur unseren Enkeln zu übergeben, haben viele Politiker immer wieder propagiert. Dies aber real umzusetzen, bedeutet Bereitschaft in der Bevölkerung und Mittelbereitstellung. Wichtig ist, dass verstanden wird, dass das Artensterben durch Verinselungen aufgrund des ungebrochenen Flächenverbrauchs für Siedlungen, Gewerbe und Verkehr sowie der Landwirtschaft in rasanter Weise vor sich geht und dass es kein Zurück gibt, werden nicht jetzt die Weichen nicht nur verbal, sonder auch real umgestellt.
Dazu das Agieren Politikern zu überlassen, so auch der Film, mündet im Nichtstun, da unangenehme Schritte angesagt sind. Darüber Aktivitäten zu entwickeln auf die sich Politiker abstützen können, bleibt oberstes Gebot in diesen Zeiten. Daher sind auch Umsetzungsaktivitäten, wie in Neunkirchen angesprochen, notwendig, um flächenweit gegenzusteuern, auch wenn sie punktuell winzig zu sein scheinen. Und es ist wichtig in jeder Gemeinde unseres Landkreises Maßnahmen wie in Neunkirchen zu ergreifen.

Ulrich Buchholz, 2. Vorsitzender Bund Naturschutz, Kreisgruppe Forchheim