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Erlanger Nachrichten - 06.11.2010
Leserbrief: Polemik hilft nicht

Zur Berichterstattung über die schützenswerten Feuchtwiesen in Neunkirchen:

Verschiedentlich wurde über die Forderung des Bund Naturschutz in Bayern e.V., Ortsgruppe Neunkirchen (BN) berichtet, das Projekt Neuanlage von Feuchtflächen alsbald anzugehen, auch als Ausgleich einer von der Bebauung umschlossenen Biotopfläche im Ort: dem 8219 qm großen Biotop Neuntagwerk (Quelle: Landesamt für Umwelt). „Großzügig aufgerundet“ wurde diese Fläche also keinesfalls, wie in einem Leserbrief moniert. Die Biotopunterlage zeigt, wie deutlich ein durch die Igensdorfer Obstverwertungs- Genossenschaft auf dem Grund der Kirchenstiftung gebauter Getränkemarkt im Biotop steht, was allerdings vom BN auch nie angezweifelt wurde. Im Gegenteil: Geduldet von welt- und kirchlichen Machthabern und entgegen gesetzlicher Vorschriften, für das Biotop einen Ausgleich zu schaffen, wurde willentlich intakte Natur mit nach Roter Liste Bayerns geschützten Arten zerstört.
Die Aussage des BN, dass Neunkirchen einst von 13,6 ha Feuchtflächen umgeben war, heute auf 2,3 ha geschrumpft, ist anhand allgemein zugänglicher Unterlagen von jedermann nachvollziehbar.
Dem BN ist bewusst, und unterstützt wird er dabei inzwischen auch von der derzeitigen Marktleitung, dass der alsbaldige Start des Aufbaus neuer Feuchtflächen beim Schwund von über 80 Prozent schon lange überfällig ist. Aufgrund dieser prekären Situation kann auch nicht auf Maßnahmen des Freistaats, etwa begleitend zum Bau einer Umgehungsstraße, gewartet werden. Ganz im Gegenteil: Diese wird die Situation bei einer Landnahme von zwischen 10 und 20 Hektar, z.B. in den Auen des Brandund Ebersbachs, noch deutlich verschlechtern.
Die Zeiten des Abwartens und der Orientierung an Planungen des Freistaats für seine zehnjährigen Ausbau-Schritte der Staatsstraßen sind eindeutig vorbei. Bundeskanzlerin Merkel hat im Internationalen Jahr der Biodiversität zum Handeln aufgerufen. Für Staatsstraßen liegt bereits die 7. Ausbaustufe vor. Für Feuchtbiotope gibt es überhaupt keine adäquate Ausbauplanung. Es steht also 7:0 für den Straßenbau.
Das ist die Realität, aufgrund welcher der BN als bayernweite Naturschutz- Organisation mittlerweile weiteren Straßenbau generell ablehnt und stattdessen Lösungen aufzeigt, wie auch ohne diesen immensen Flächenverbrauch auszukommen ist.
Die Realität? Trotz dieser Fakten hat der BN nicht einen einzigen Feuchtflächenvorschlag auf der geplanten Trasse der Westumfahrung inklusive der Zubringer gemacht. Vielmehr ist interessanterweise festzustellen, dass die Befürworter der Umgehungsstraße mit Horrorvisionen populistisch Stimmung gegen den BN machen, auch jene, die es in den letzten zehn Jahren nicht einmal für nötig befunden haben, sich für die Beseitigung von Gefahrenstellen auf der örtlichen Straße einzusetzen, um so Schaden von Kindern und Erwachsenen vorzubeugen, wissend, dass diese der Bau einer Umfahrung nicht aufhebt.
Bernhard Birnfeld, Vorsitzender Bund Naturschutz e.V. Neunkirchen a. Br.