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Erlanger Nachrichten - 28.12.2010
Leserbriefe: Wirklich interessiert?

Zum Artikel „Den Plänen für die Stadt Umland-Bahn droht das Aus“ (EN vom Samstag, 4. Dezember):

Traurig war die Veranstaltung im Frankenhof zur Präsentation des Nutzeffekts einer Stadtbahn für Erlangen und sein Umland nicht etwa, weil der Gutachter das Herleiten des Nutzindikators von 0,79 erläuterte (bei dem für das Projekt keine öffentlichen Zuschüsse fließen -EN_Bericht 04.12.2010), sondern weil der Erlanger Oberbürgermeister Siegfried Balleis sich zu Beginn auf die Seite der unbedingten Befürworter schlug, dann aber konsterniert feststellte, dass er den missglückten Indikator und die Zahlenwerke, die hierzu führten, bereits kenne, vom Diskussionssitz aufstand und sich kurz in den ersten Publikumsreihen niederließ, um dann mit der Gestik des in Zeitnöten Befindlichen nach seiner Unterlagenmappe zu fingern und die Veranstaltung zu verlassen. Es reicht doch wohl kaum festzustellen, dass man schon ein Bahn-Fan gewesen sei, um eine in Fachkreisen längst beantwortete Aufgabenstellung „Bus oder Bahn“ in eine Gutachter-Untersuchung zu werfen. Es ging aber nicht um die Frage „Bus oder Bahn“, sondern darum, wie man an Fördermittel kommt, um ein Stadtbahnsystem für Erlangen und sein Umland aufzubauen, um damit das Pendlerproblem in den Griff zu bekommen.
Noch prekärer macht die Situation, dass der aktuelle Gutachter in der Vorphase (Beginn der 90er Jahre) bereits tätig war und dabei einen Nutzenindex von 1,3 ermittelte. Ein absichtlich ins Aus führendes Manöver wollen wir mal nicht unterstellen. Gewiss ist nur, dass schon damals ein ausreichendes Potential für ein deutlich positives Ergebnis vorhanden war – überdies ist etwa in den letzten fünf Jahren das Quell-Ziel-Verkehrsaufkommen von Neunkirchen Richtung Erlangennach offizieller Zählung des Staatlichen Bauamts Bamberg um 28,5 Prozent angestiegen, obwohl auf dieser Strecke auch das Busangebot deutlich angehoben wurde.
Bei richtiger Wahl der Netzform ist also der Schatz der Zukunft auch zu heben – wenn man nur wirklich will. Bedenkt man überdies, dass das bundesweite Wertungsverfahren zum Nutzenindikator visionäre Entwicklungsperspektiven, etwa zur Feinstaubminderung oder der 30-prozentigen CO 2-Absenkung, wie eben in Mexiko beschlossen, nicht einbezieht, hat man nochmals einen Bonus zum Sprung in die Zukunft, dessen Verpassen unsere Enkel wohl nie verstehen werden.

Bernhard Birnfeld, Vorsitzender Ortsgruppe Neunkirchen am Brand und Umgebung Bund Naturschutz in Bayern e.V.

Der Berichterstatter muss auf einer anderen Veranstaltung gewesen sein als ich. „Hörbar enttäuscht“ soll OB Balleis „am Rande der Veranstaltung“ die Verwirklichung… als „in weite Ferne gerückt“ verkündet haben. Für mich klang Herr Balleis eher sehr zufrieden, als er die Veranstaltung gleich mit dieser persönlichen Einschätzung eröffnete und damit erneut betonte: Die Stadt-Umland- Bahn ist für ihn überflüssiger Luxus. Und das war auch noch nie anders. Denn sonst hätte er schon zu – Zitat: „Zeiten, als die Verkehrsplanung noch nicht von wirtschaftskrisen- bedingten Sparvorgaben beeinträchtigt wurde“, Nägel mit Köpfen machen können.
In diesen Zeiten, als nicht nur Karlsruhe innerhalb weniger Jahre eine Stu B realisierte, sondern auch Heilbronn, Saarbrücken .... Da war Herr Balleis nämlich Wirtschaftsreferent der Stadt Erlangen, Dietmar Hahlweg Oberbürgermeister, und die Stu B-Bewertung ergab einen Nutzen-Kostenfaktor von 1,48. Ich habe eine Veranstaltung erlebt, in der Gutachter sich bemühten, die schlechten Zahlen auch mit den (zumindest zu hinterfragenden) Vorgaben von amtlicher Seite zu begründen. Dazu gehört, dass der Bau der Südumgehung Buckenhof als gegeben vorausgesetzt wird, wovon keine Rede sein kann.
Alles in allem war die Veranstaltung angenehm sachlich und kooperativ, so dass zu hoffen ist, dass weitere Verbesserungsmöglichkeiten und ehrliche Zahlen im weiteren Verfahren noch kalkuliert werden können, bevor man das Projekt zu Grabe trägt.
Denn auch hier trügt des Berichterstatters Einschätzung: Schienengebundene Nahverkehrsmittel sind so attraktiv wie nie zuvor, und sie sind die einzige Möglichkeit, der „Metropolregion“ einen ÖPNV aufzubauen, der diesem hochtrabenden Titel gerecht wird.
Gesa Todt-Mächtel, Uttenreuth

Die BI Schwabachtal hat sich in den letzten Jahren intensiv mit den Plänen einer Stadtbahn für Erlangen und sein Umland beschäftigt. Deshalb waren wir nicht sonderlich über das erste Ergebnis der standardisierten Bewertung erstaunt.
Erstaunt waren wir eher über die einführenden Worte von OB Balleis, der sich „desillusioniert“ zeigte. Wer all die Jahre nichts unternimmt, um positive Randbedingungen für eine standardisierte Bewertung zu schaffen, muss sich jetzt nicht enttäuscht zeigen. Im Jahr 1991 (!) hat derselbe Gutachter bereits „Maßnahmen zur Erhöhung der Akzeptanz einer Stadtbahn“ vorgeschlagen, wie z.B. Verlagerung von Innenstadtparkplätzen an die Außenäste einer Stadtbahn, Einführung einer Parkraumbewirtschaftung u.v.m.
Nichts davon wurde ernsthaft angepackt. Aber die Südumgehung, die der Erlanger Stadtrat ja mehrheitlich abgelehnt hat, wird als „unstrittige Maßnahme“ in der laufenden standardisierten Bewertung akzeptiert – wohl wissend, dass das den Kosten/ Nutzen-Faktor negativ beeinflusst. Der Gutachter schlägt als nächsten Schritt eine Bewertung von optimierten Stadtbahn-Trassen vor.
Jetzt wird sich zeigen, wie viel politischer Wille für eine STUB in Erlangen und Umland tatsächlich vorhanden ist.
Esther Schuck, Uttenreuth,