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Nordbayerische Nachrichten - 05.08.2011
Aus der Leserpost: Westumgehung unnötig


Betrifft: „Westumgehung bei Minister angemahnt“, NN vom 27. Juli
Der Bund Naturschutz (BN) appelliert in einer schriftlichen Stellungnahme an Innenminister Joachim Herrmann: Eine Hochstufung der Westumfahrung (WU) Neunkirchens bleibt nicht zu rechtfertigen.
Auch wenn MdL Nöth Ende Juli 2011 in den NN ein erneutes Mal forderte, dass mit dem Erstellen von Planfeststellungsunterlagen für die Westumfahrung Neunkirchens jetzt und sofort anhand einer vehement geforderten, nachträglichen Eingruppierung in die 1. Dringlichkeit zu beginnen sei, hat sich die seit Jahren bekannte Faktenlage nicht geändert.
Es ist richtig, dass es gilt den Ortskern, durch den die Staatsstraße 2243 führt, zu sanieren, was der Bund Naturschutz ausdrücklich befürwortet. Da aber seit 20 Jahren der Verkehr am Ortskern vorbei geleitet wird, hätte man das schon seit Jahrzehnten machen können.
Es ist richtig, dass die WU Neunkirchen beim 6. Staatsstraßen-Ausbauplan vor zehn Jahren in die Dringlichkeit 1R gestuft wurde. Das impliziert aber nicht ein automatisches Aufsteigen nach zehn Jahren. Insbesondere dann nicht, wenn, wie in Neunkirchen, keine neuen Fakten auf den Tisch gelegt werden können. Daran ändert auch das Gründen einer politisch von der CSU unterwanderten Bürgerinitiative nichts und auch nicht deren Mitnahme als quasi-neutral vertretende Bürgerschaft vor den Regionalen Planungsausschuss Anfang Mai dieses Jahres.
Der Planungsausschluss (Regionalverband Oberfranken West), getrieben durch Meinungen örtlicher Politikvertreter, nimmt kritische Anregungen von außen nicht an. Kein Wunder, wenn man weiß, dass etwa ein Bürgermeister aus einer Nachbargemeinde ein Lkw-Zentrum in Randlage der mittelfränkischen Industrieregion haben möchte. Somit ist es eine Farce, wenn Herr Nöth darauf verweist, dass allein schon durch die Befürwortung durch den Regionalen Planungsverband quasi die anvisierte Hochstufung greifbarer wird.
Schwere Belastungen wird es erst geben, wenn die Umfahrung die Landschaft zerschneidet und weiteren Verkehr angezogen haben wird. Davor verschließen die Befürworter Augen und Ohren. Und mit dem Mund wird nur die Umfahrung als zielführend für die Entlastung von einigen Anwohnern postuliert, wobei es — mehrfach aufgezeigt — andere Möglichkeiten gibt. Andere Gemeinden die angrenzen, müssen dann mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen zurechtkommen. Und so dreht sich die Spirale weiter.
Unwahr ist auch, dass hierzu erst jüngst neue Erkenntnisse gewonnen wurden und der Lkw durch Nachbarorte „dränge“. Das Verkehrsaufkommen von schweren Lkw / Lastzügen beträgt nach offiziellen Zählungen weniger als zwei Prozent des Gesamtverkehrsaufkommens in Richtung Effeltrich. Und das ist in den letzten fünf Jahren um mehr als fünf Prozent gesunken mit einer Verschiebung hin zu kleineren Transportern.
Seit Jahrzehnten wurde in Neunkirchen versäumt, politisches Handeln in die Wege zu leiten, was nun auch nicht durch überlautes Rufen nach einem Nachschluck aus der Staatsregierungs-Gießkanne bereinigt werden kann.
Es bleibt dabei: Die Umfahrung ist weder jetzt noch in zehn Jahren zu rechtfertigen.
Heinrich Kattenbeck, Vorsitzender BN-Kreisgruppe, Forchheim