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Nordbayerische Nachrichten - 24.12.2011
Biotop erhalten

BN sorgt sich um Standort für seltenen Tagfalter
NEUNKIRCHEN
— Eine biologisch wertvolle Wiese sieht die Ortsgruppe des Bundes Naturschutz (BN) in Gefahr. Ausgerechnet dort, wo der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, ein gefährdeter Tagfalter, noch lebt, soll wahrscheinlich das Regenrückhaltebecken für das neue Baugebiet Galgenanger entstehen.
„Wir sind nicht gegen das Regenrückhaltebecken, sondern nur gegen den derzeit vorgesehenen Standort“, baut Bernhard Birnfeld, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe, gleich vor. Im Markt Neunkirchen seien in den letzten Jahrzehnten, wie wohl in vielen anderen Orten, zahlreiche Feuchtgebiete durch Bebauung vernichtet worden. Doch gerade in Zeiten von immer wieder kehrenden Überschwemmungen solle man mit den noch verbliebenen Feuchtwiesen vorsichtig umgehen, findet der Naturschützer, der von BN-Kollegen Ulrich Buchholz und Friedrich Oehme in seinem Anliegen unterstützt wird.
Das etwa 2500 Quadratmeter große Regenrückhaltebecken soll rund 600 Meter westlich vom neuen Baugebiet Galgenanger gebaut werden — auf einem Grundstück, das großteils der Gemeinde gehört. Das Gelände dort ist rund 83000 Quadratmeter groß, bestätigt später Neunkirchens Bürgermeister Heinz Richter (FW).
Nun fürchtet der BN, dass das Becken genau im östlichen Teil des Grundstückes entstehen soll, wo ausgerechnet auch der seltene und in Bayern gefährdete Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling heimisch ist. Daher appelliert der BN-Vorsitzende Bernhard Birnfeld an die Verantwortlichen im Markt, den derzeit vorgesehenen Standort des Regenrückhaltebeckens zu verschieben, um so den Lebensraum des seltenen Tagfalters zu erhalten.
Bürgermeister Richter bestätigt das Bauvorhaben. „Doch wo das Regenrückhaltebecken auf dem Gelände genau hinkommt, das sagt uns das beauftragte Planungsbüro.“ Für den Standort müssten natürlich eine Reihe von Aspekten beachtet werden, meint er. Dass das Becken nun gerade dorthin gebaut werden soll, wo der seltene Tagfalter vorkommt, darüber zeigt sich der Bürgermeister erstaunt.
Wenn es eine Möglichkeit gebe, den Standort so zu verschieben, dass die ökologisch wertvolle Blumenwiese erhalten werde könne, dann werde man da „auf alle Fälle flexibel sein“, versichert Richter. „Aber wir müssen uns natürlich nach den Fachleuten richten“, setzt er jedoch nach. Über den endgültigen Standort des Regenrückhaltebeckens wird der Gemeinderat voraussichtlich im Januar entscheiden, wenn das Ingenieursbüro seine Planungen abgeschlossen hat.

Behörde noch nicht befasst
Mit dem Bauvorhaben wird sich anschließend auch die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt befassen. „Noch kennen wir den genauen Standort des Regenrückhaltebeckens gar nicht“, erläutert Michael Urbanczyk, Mitarbeiter der Naturschutzbehörde. Der vom BN angeführte Ameisenbläuling sei zwar eine Fauna-Flora-Habitat Art, doch das bedeute nicht zwingend, dass das Bauvorhaben dann nicht durchgeführt werden könne, stellt er klar. Das komme immer im Einzelnen drauf an.
Wenn das Projekt so weit gediehen sei und der Standort feststehe, dann werde man sich die Fläche natürlich genau anschauen. Und Michael Urbanczyk betont zudem, „wir sind immer dankbar. wenn uns Naturschutzverbände Hinweise auf gefährdete Arten geben“. Bernhard Birnfeld vom BN hofft im Gegenzug, dass die wertvolle Feucht- und Blumenwiese als Lebensraum für den Dunklen Wiesenkopf-Ameisenbläuling erhalten bleibt.
VON MARIA DÄUMLER
Originalbericht enthält Foto, das wir aus rechtlichen Gründen nicht hier einstellen dürfen