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Fränkischer Tag - 28.02.2013
Die Energiewende auf Zelluloid
Dokumentation Der Filmemacher Frank Farenski glaubt, vom ZDF zensiert worden zu sein. Deshalb zeigt er seinen Film über Deutschland nach dem Atomausstieg in den deutschen Kinos. In Forchheim ist der Saal bis auf den letzten Platz voll.




Über 200 Besucher waren im Forchheimer Kino.


Nach der Vorstellung unterhielt sich Regisseur Farenski noch mit den Zuschauern. Fotos: Lengenfelder



Forchheim - Seit den 80er-Jahren produziert Frank Farenski Filme für das Fernsehen. Sein letzter Beitrag über die Energiewende lief allerdings nicht so, wie er das bislang gewohnt gewesen ist. Das ZDF, das den Film bei Farenski in Auftrag gegeben hatte, kürzte den Beitrag um gut die Hälfte. Farenski vermutet, dass sein Film zu unbequeme Aussagen enthalten hat. Aussagen, die das ZDF nicht seinen Zuschauern zumuten wollten. Oder den Politikern in den ZDF-Kontrollgremien.

Das Verhalten des ZDF wollte Farenski aber nicht einfach so hinnehmen. Deshalb zeigt er seinen Film nun dem Kinopublikum in ganz Deutschland. Ungeschnitten und in voller Länge. Möglichst viele Menschen sollen den Film sehen können.

Mitschneiden ist erwünscht
Das Projekt läuft unter dem Prinzip „Open-Source“. Das bedeutet, dass jeder kostenlos den Film im Internet ansehen oder herunterladen kann.

Nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich erwünscht ist es zudem, dass die Menschen in den Kinosälen Farenskis Fim mitschneiden. Auch in Forchheim haben das jetzt einige der Zuschauer so gemacht. Über 200 Zuschauer wollten im Kinocenter Farenskis Dokumentarfilm „Leben mit der Energiewende“ sehen. Der Eintritt zu der Sondervorstellung am Dienstag kostete symbolische 1,68 Cent.

Das ist genau der Betrag, um den die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) in diesem Jahr erhöht worden ist. Diese Summe, das behaupten Kritiker des Ausbaus regenerativer Energien immer wieder, soll auf der anderen Seite auch dafür verantwortlich sein, dass der Strom die Geldbeutel der Menschen immer stärker belaste.

Farenski freute sich über das große Interesse des Forchheimer Publikums an seinem Dokumentarstreifen. Zum einen war das „Apollo“ bis auf den letzten Platz gefüllt. Zum anderen waren „noch nie so viele Institutionen auf einem Flyer aufgeführt“, sagte Farenski.

Sämtliche Parteien, Verbände und auch viele Firmen trugen in Forchheim die Filmvorstellung mit. Was die Besucher in knapp 90 Minuten dann zu sehen bekamen, war ein flammendes Plädoyer für die Energiewende. Die deutsche Politik und die konventionelle Energieindustrie, das behauptet Farenski in seinem Film immer wieder, würden die Menschen vorsätzlich falsch informieren. Mit falschen Zahlen würden den Menschen Angst vor der Energiewende gemacht.

Aufruf zur Unabhängigkeit
Nicht die Energiewende sei schuld, dass der Strom unbezahlbar zu werden drohe, sagt Farenski. Stattdessen sei es doch unbestreitbar, dass fossile Energieträger wie Kohle und Öl knapp werden und steigende Kosten verursachen.

Ohne die Energiewende würde diese Entwicklung den Verbraucher noch teurer zu stehen kommen. Öko-Strom werde nämlich billiger: wegen sinkender Herstellungskosten und Vergütungssätze. Deshalb fordert Farenski: Die Bürger sollen ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen.

VON UNSERER MITARBEITERIN
Sonja Lengenfelder