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Erlanger Nachrichten - 10.12.2013
An Mühlen entlang
Ein offizieller Wanderweg fehlt noch — Ein Vorschlag


ERLANGEN-LAND – Schon vor vielen Jahrhunderten wurden an der Schwabach zwischen dem Ursprung bei Pommer (Marktgemeinde Igensdorf) und der Mündung in die Regnitz in Erlangen auf einer Strecke von 28 Kilometern dreißig Mühlen errichtet und betrieben. In ihrer Vielseitigkeit und durch die Lage am rauschenden Bach sind sie bis heute, auch wenn nur noch wenige im Betrieb sind, ein reizvolles Ziel für die Naherholung.
Leider fehlt bis heute, trotz einiger Initiativen, ein durchgängiger und beschilderter Mühlenwanderweg. Mit einer guten Landkarte findet der Wanderer aber auch so den Weg, er braucht ja nur dem Fluss zu folgen und meistens sind auch schon Wanderwege vorhanden.
Der vorgeschlagene Weg beginnt in Buckenhof und endet nach knapp 20 km in Eckental. Mit anderen Wanderwegen ist eine gute Verknüpfung vorhanden, weiter kann die Wanderstrecke individuell gewählt werden, da ein gut ausgebauter öffentlicher Personennahverkehr mit Bus und Gräfenbergbahn für die An- und Rückreise gegeben ist.
Die Buckenhofer Mühle wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet, 1417 wurde eine Sägemühle angegliedert. 1687 hat ein Hochwasser das Mahlwerk der Mühle vernichtet, 1884 fiel sie einem Brand zum Opfer, wurde aber immer wieder aufgebaut. Der Mühlbetrieb wurde nach 1960 eingestellt. Die folgende Mühle Uttenreuth wurde erstmals 1341 urkundlich erwähnt und war bambergisches Domgut. Im dreißigjährigen Krieg wurde die Mühle zerstört und erst 1655 wieder aufgebaut. 1911 brannte sie nieder und 1998 wurden einige Gebäude zum gemeindlichen Bauhof ausgebaut. Über die alte Schwabachbrücke und an Gut Eggenhof vorbei geht es nach Weiher und weiter zur Habernhofer Mühle.
Im Jahre 1296 ist sie erstmals urkundlich erwähnt, die Mühle gehörte von jeher zum Bistum Bamberg und war Bestandteil der Hofmark Neunkirchen am Brand. 1601 ist die Mühle abgebrannt, ein Neubau wurde im 18. Jahrhundert errichtet und 1708 kam die Familie Ortegel in den Besitz, heute gehört sie zur nahen Langenbrucker Mühle.
Diese wurde erstmals 1396 im Besitz eines Konrad Langenbrucker als Reichsgut urkundlich erwähnt. Die Mühle liegt auf ehemals Bamberger Gebiet, die frühere Sägemühle und der Stadel jedoch auf früherem Brandenburger Territorium. Robert Haberstumpf ließ Ende der 1940er Jahre die Mühle neu errichten und ein neues Mahlwerk einbauen. Heute ist sie im Besitz der Familie Körner und als eine der wenigen Mühlen noch im Betrieb.

Altes Wehr vorhanden
In Sichtweite ist schon die Gabermühle. Sie gehört zu den ältesten Mühlen im Schwabachgrund, 1279 als Herbergsmühle, später Gabelmühle, genannt. Sie war Reichsgut und gehörte zum Besitz der Nürnberger Burggrafen. Nach dem 30jährigen Krieg wurde die zerstörte Mühle 1694 wieder aufgebaut, 1851 kam sie in den Besitz der Familie Hofmann. 1979 wurde der Mahlbetrieb eingestellt, politisch gehört die Mühle, ebenso wie die nahe Minderleinsmühle, nach Kalchreuth.
Die Minderleinsmühle gehörte früher zum Reichsamt in Heroldsberg. Um 1300 nannte man sie Fullensackesmühle, 1391 Oedmühle, dann Wüstmühle bis sie um 1500 in den Besitz der Familie Minderlein kam, seit 1776 ist die Mühle im Besitz der Familie Hubmann. Wesentliche Baumaßnahmen erfolgten 1910/11 nach einem Brand. In den letzten Jahren entstand ein hochmoderner Bio-Mühlenbetrieb. Ein Schwerpunkt ist die Müsli-Erzeugung, einkaufen kann man in einem Mühlenladen.
Es folgt die Mühle in Kleinsendelbach, 1360 erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum Übergang an Bayern hatte die Domprobstei Bamberg die Territorialherrschaft, Grundherr war das Kloster Neunkirchen am Brand. 1611 kaufte Joachim Leitner das Anwesen, es folgte 1692 Hansen Kalb, der die von einem Hochwasser zerstörte Mühle wieder aufbaute und 1842 die Familie Eichenmüller. 1939 wurde der Mahlbetrieb eingestellt, ein altes Wehr ist noch vorhanden.
Die Steinbacher Mühle ist wohl um 1400 erbaut worden und gehörte ebenfalls zum Kloster Neunkirchen am Brand, später der Nürnberger Patrizierfamilie Ölhafen. Das Wappen und die Jahreszahl 1819 sind am Wohnhaus zu sehen. 1888 heiratete ein Müller Fink ein und es wurde eine Gaststätte „Zur Finkenmühle“ eingerichtet. Sie wurde 1960 geschlossen und auch der Mahlbetrieb eingestellt.
Als nächstes folgt die Brander Mühle, 1532 erwirbt ein Hans Beck aus Großgeschaidt die Mühle ehe 1767 Friedrich Wölfel folgte. Von ihm stammt ein in Stein gehauenes Mühlenrad mit den Insignien F.W. 1781. 1890 wurde die Mühle durch Brandstiftung zerstört und wieder aufgebaut, 1956 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Gegenüber dem Anwesen ist ein Golf-Übungsplatz.
Der weitere Weg führt an der Nepomuk- Kapelle vorbei. Sie steht für den Frieden in der Welt. Katholiken hatten sich 1983 zum Bau der Kapelle entschlossen um durch den heiligen Nepomuk auf die frühe Verbindung der Bewohner von Franken und Böhmen hinzuweisen. Am Schloss Büg vorbei geht es dann noch zur Frohnhofer Mühle. Sie bestand schon vor 1300, seit 1586 waren die jeweiligen Herren in der Büg Grund- und Eigenherren. Seit 1685 war die Mühle im Besitz der Familie Ohlwärter in mehreren Generationen. Der Mühlenbetrieb lief bis Ende 1970, dann erfolgte unter Gertraud Switalsky eine entscheidende Wendung zu einem ökologisch verträglichen Gesamtanwesen.
Mühlen üben auch heute noch eine gewisse Faszination aus, sie sind Zeugen des vorindustriellen Gewerbetreibens auf dem Land und Lieder, Bilder und Erzählungen zeugen von der zeitlosen künstlerischen Auseinandersetzung mit den Mühlen, ERNST BAYERLEI