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Fränkischer Tag - 11.02.2014
Seit' an Seit' in Richtung Energiewende
Argumente Auf Einladung des „Bündnis Energiewende für den Landkreis Forchheim“ diskutieren die beiden Landratskandidaten Schulenburg und Ulm über Windkraft, EEG und Stromtrassen. Statt Streit erleben die Zuschauer viel Konsens.

VON UNSEREM MITARBEITER
Alexander Hitschfel

Forchheim - Das „Bündnis Energiewende für den Landkreis Forchheim“ hatte am Sonntagabend zu einer Podiumsdiskussion in die Sankt-Gereons-Kapelle eingeladen. Es ging um die Energiewende, und alles stand im Zeichen der Kommunalwahl am 16. März. Denn auf der Bühne duellierten sich die beiden Landratskandidaten Klaus Schulenburg (FW/SPD) und Mitbewerber Hermann Ulm (CSU) über ihre Vorstellungen einer „zukunftsfähigen Energiewende“.

Das „Bündnis Energiewende“ ist vor drei Jahren gegründet worden. Kurz zuvor war es im japanischen Fukushima zu einer Nuklearkatastrophe gekommen. Damals hat das Bündnis unter anderem Mahnwachen organisiert. Nach dem ersten Schock über Fukushima und die Folgen ist die Arbeit des Bündnisses allerdings ins Stocken geraten.

Wieder aktiver
Jetzt aber, da die Mitglieder den Eindruck haben, als komme die versprochene Energiewende nicht so recht voran, will das Bündnis wieder aktiver werden. „Wir haben keinen Klimawandel, sondern eine Verschlechterung“, klagte die Vorsitzende Barbara Gabel-Cunningham.

Herbert Barthel, Referent des Bund Naturschutzes in Bayern für Klima und Energie, begrüßte am Sonntag die zahlreich erschienenen Zuhörer sowie die beiden Kandidaten. In seinem kurzen Eingangsstatement ging Barthel darauf ein, für was der Bund Naturschutz in Sachen „Energiewende“ stehe. Neben dem Ausstieg aus der Atomenergie stünden auch Themen wie „Energiesparen“ und „Klimaschutz“ auf der Agenda.

Bedeutung der Biomasse
„Die Strompreise sind zwischen 2000 bis 2010 explodiert“, stellte Barthel fest. Die verteufelte EEG-Umlage sei nicht der wichtigste Grund für die gravierenden Strompreissteigerungen.

Eine große Chance sieht Barthel in einer dezentralen Energieversorgung. So biete sich heute beispielsweise die Möglichkeit, Heizungen in Blockheizkraftwerke umzubauen, um so gleichzeitig Wärme und Strom zu produzieren. Außerdem misst Barthel dem Thema „Biomasse“ eine große Bedeutung zu.

Wenn kein Wind und keine Sonne zur Stromgewinnung vorhanden sei, könne man ergänzend mit Biomasse arbeiten. Außerdem müssten Klimaschutzkonzepte entwickelt, weiter fortgeschrieben und auch gelebt und umgesetzt werden.

Moderiert wurde die anschließende Podiumsdiskussion von Thomas Ködelpeter von der Ökologischen Akademie. Aufgeteilt wurde die Veranstaltung in verschiedene Bereiche.

Nach einem Eingangsstatement beider Kandidaten standen mit den Themen „Energiewende und Klimaschutzkonzepte allgemein“, „Ausbau erneuerbarer Energien“, „Energie einsparen“ und „Beteiligung der Bevölkerung an der Energiewende“ vier Frageblöcke an.

Klaus Schulenburg war in seinen Ausführungen der Meinung, dass die Energiewende im ländlichen Bereich vollzogen werden müsse, da die Möglichkeiten in den Städten sehr begrenzt seien. Er selbst sieht den Landkreis Forchheim auf einem guten Weg. „Der Landkreis geht mit gutem Beispiel voran und hat bereits viele Gebäude saniert“, so Schulenburg.

Voll im Soll
Bevor man aber im Landkreis weiter mit voller Kraft an der Energiewende feilen könne, hieße es erst einmal abzuwarten – und zwar darauf, wie die Beschlüsse auf Bundesebene zu den geplanten Stromtrassen ausfallen. Abwarten müsse man auch im Hinblick auf die Novellierung des EEG-Gesetzes.

Eine Senkung der Einspeisevergütung mache viel kaputt, ist sich Schulenburg sicher. Mit 27 Prozent beim Ausbau erneuerbarer Energien liege man im Landkreis – man hat sich selbst zum Ziel gesetzt, bis 2021 den Anteil erneuerbarer Energie auf 50 Prozent zu erhöhen – sei man bisher schon gut unterwegs, sagte Schulenburg, der noch auf die Installation zusätzlicher PV-Anlagen setzt.

Er sei der Meinung, dass man eventuell die geplante Trasse durch Nordbayern gar nicht benötige. Außerdem müsse man über Erdverkabelung reden dürfen. Auch sein Gegenkandidat Ulm rät dazu, erst abzuwarten, bis die Gesetzeslage „klar geregelt“ sei. Erst dann könne man für den Landkreis weiter planen. Auch er sieht eine große Chance im Themenfeld „Energiesparen“ und setzt mehr auf Information und Aufklärung. Den Ausbau des Radwegenetzes, die Anschaffung von E-Bikes für die Fränkische Schweiz sowie ein flexiblerer Ausbau des ÖPNV, auch mit Sammeltaxi und Zubringerbussen, sieht Ulm als geeignete Maßnahmen an.

Zusätzliche Anlagen
Wichtig sei es, den Energiespargedanken vom Kreis über die Gemeinden, die Gemeinderäte bis zu den Bürgern zu tragen. Ansatzpunkte sieht Ulm auch in der Industrie.

So müssten Industriebbetriebe überzeugt werden, auf ihre Industriehallen auch zusätzliche PV-Anlagen zu installieren, die damit ihren eigenen Strom erzeugen könnten. Eine Möglichkeit sieht er auch in der Bauleitplanung. Die Gemeinden hätten durch ihre Planungshoheit bei der Ausweisung neuer Baugebiete den energetischen Gesichtspunkt auch mit in den Festsetzungen für die Bebauungspläne zu berücksichtigen.

Bild von den Kandidaten
Außerdem will Ulm auch Bürgergenossenschaften mit ins Boot holen. Im Landratsamt selbst will er die Spezialisten aus dem Umwelt- und Baubereich an einen Tisch holen und nach Lösungen suchen.

Große Unterschiede waren im Laufe der Podiumsdiskussion zwischen den beiden Kandidaten in ihren Ideen und Ansätzen nicht ersichtlich gewesen. Stattdessen überwogen die Übereinstimmungen. Trotzdem: Die Zuhörer hatten die Chance, sich ein Bild zu machen,