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Fränkischer Tag - 06.01.2016
Aus Wurzeln werden Krippen
Krippenserie (5) Wenn Benno Fuchs in der Natur unterwegs ist, hält er immer Ausschau nach geeignetem Baumaterial. Wenig später erweitert der Großenbucher damit seine Krippe.
VON UNSERER MITARBEITERIN Petra Malbrich

Großenbuch - Wer den Keller von Familie Fuchs betritt, wird umgehend von einer Krippenlandschaft in Beschlag genommen. Christi Geburt hat der 80-jährige Benno Fuchs in fünf verschiedenen Krippen dargestellt. Er zeigt zugleich auf, dass dieses Wunder der Heiligen Nacht alle Menschen berührt.

„Beim Spaziergang bin ich regelrecht über die Wurzeln gestolpert“, sagt Fuchs. Diejenigen für seine Wurzelkrippe fand er am Hetzleser Berg. Dort sammelte er auch die Wurzeln der Langensendelbacher Krippe. Den Blick hat Fuchs bei jeder Wanderung immer auf den Boden gerichtet – in Gedanken an die vielen großen und kleinen Details, um die er damit seine Krippen erweitern, verschönern oder ausbessern kann.

Denn auch Wurzeln werden morsch und müssen mit der Zeit ausgetauscht werden. „Wahrscheinlich ist es Begabung“, glaubt. Denn um eine Krippe zu gestalten, brauche es einen Blick dafür. Unten, in einer anderen Wurzelnische weiden Schafe, derweil die Hirten wachen. Oben prangt der Weihnachtsstern, den Fuchs wie alle anderen Kleinteile – ob Schubkarren, Sense, Schlitten oder Pflug – selbst hergestellt hat. „Wenn man alles kauft, ist es nicht interessant“, sagt er. Wichtig ist ihm dabei, dass alles zusammenpassen muss.

Deshalb ist um die Wurzelkrippe herum ein Zaun aus Weinreben, um die Fränkische Krippe ein Lattenzaun gebaut.

Die fränkische Krippe gefällt dem Hobbykrippenbauer selbst am besten, „weil sie die schönen alten Häuser hat, die in Großenbuch nicht mehr stehen“. Aber er hat Bilder gesehen und dieses Fränkische Fachwerk nachgebaut. Damit alles passt, gestaltet Benno Fuchs auch die Hintergrundbilder selbst. Die Holzwand bleibt für die Wurzelkrippe, hinter der alpenländischen Krippe ragen Berge und blühende Obstgärten untermalen die Atmosphäre der fränkischen Fachwerkkrippe.

Heimeliges Licht
Natürlich hat Fuchs auch diese Bilder selbst gemalt. Sie lenken den Blick schnell auf die fast ein wenig unscheinbar wirkende Kirche. Dennoch prägt diese Kirche die Szene und hält jeden Blick fest. Nicht allein durch das heimelige Licht, das von dem Gotteshaus nach außen dringt.

Benno Fuchs schnitzte diese Kirche nach dem Vorbild der Ramsauer Kirche aus Balsaholz. „Das ist weich und man kann sehr schön Schindeln hinein- schnitzen“, erklärt Fuchs. Links neben der Kirche ist ein kleine Hütte wärmend eingebettet im Schutz der großen Wurzeln, ein Lagerfeuer verbreitet Gemütlichkeit, die Schafe und Hirten zu dieser Jahreszeit zu schätzen wissen.

Auch hier schwebt der Engel über der Szenerie, deren Hauptszene doch rechts neben der Kirche beginnt: die Geburt Christi im Stall. Überall lagern die Hirten und ihre Tiere. Die meisten der insgesamt 250 drapierten Figuren und Tiere sind in der alpenländischen Krippe zu finden. Diese war auch seine erste selbst angefertigte Krippe.

In Mayrhofen sah Benno Fuchs diese Krippe bei einer Ausstellung und war fasziniert davon, weshalb er sich Skizzen anfertigte. Fast übergangslos findet die Heilige Nacht in den verschiedenen Unterkünften statt. Trotzdem hebt sich jede Krippe durch die liebevolle Verarbeitung, die zahlreichen Kleinigkeiten mit ihren bestechenden Details hervor und verbreitet ihren eigenen Charme.

Die fränkische Fachwerkkrippe besticht vor allem in der farbenfroheren Darstellung des gewohnten Umfelds, die farbigen Hauswände und die Gewänder der Figuren.


Die Krippen der Familie Fuchs aus Großenbuch

Stil: Wurzelkrippe, alpenländische Krippe, fränkische Fachwerkkrippe und orientalische Krippe
Material: Sperrholz, Balsaholz, Wurzeln, Reben und Styropor
Fläche: 14 Quadratmeter
Öffnungszeiten: ganzjährig im Keller zu sehen


Benno Fuchs' große Leidenschaft ist es, Krippen zu bauen. Fotos: Petra Malbrich



Neunkirchens Bürgermeister Heinz Richter (r.) und Vizelandrat Otto Siebenhaar (2. v.l .) besuchen Benno und Anna Fuchs.