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Fränkischer Tag - 06.01.2016
Krimi-Debüt mit 55 Jahren
Literatur

Mit dem ersten Fall eines ungleichen Ermittlerduos legt Harald Weiß sein erstes Buch vor. Zwei Auflagen hat der Neunkirchner inzwischen bereits verkauft.
VON UNSERER MITARBEITERIN Petra Malbrich

Neunkirchen am Brand - Eine Frau liegt tot in einer kleinen abseits gelegenen Hütte zwischen Ebersbach und Rosenbach. Ob es ein Mord ist, steht für die Kommissare Kartl und Neuner nicht gleich fest.

Die beiden Ermittler der Forchheimer Mordkommission finden aber nicht nur heraus, dass die Tote am Zehentplatz in Neunkirchen umgebracht worden war. Sie enttarnen auch, wer hinter den unterschiedlichen rätselhaften Botschaften steckt, die ihnen von den „Schatten“ zugesteckt werden. Es handelt sich um den Fall für Kartl und Neuner. Ihr kriminalistisches Handeln ist nicht Realität, sondern Literatur. Es ist das erste Buch, das Harald Weiß jetzt stolz in den Händen hält. „Das war mein Traum und wenn sich der erfüllt, ist es ein toller Moment“, erinnert sich Weiß an den Moment, als er das fertige Buch endlich in die Hände nehmen konnte.

Einige Zeit zuvor hatte der Neunkirchner für sich entschieden, dass die handschriftlich verfassten Seiten nicht in der Schublade verschwinden sollen. Dort liegen derweil die Gedichte und Kindermärchen, die Weiß vor langer Zeit zu Papier gebracht hatte.

Falsche Fährten
Die Idee für sein Buch spukte dem Krimifan Harald Weiß schon vor drei Jahren im Kopf herum. Seine Protagonisten sollten zwei Männer sein, zwei Ermittler, die schon äußerlich gegensätzlich sind.

Da ist zum einen Kartl, der ältere, eher korpulente Kommissar, der körperlich nicht mehr ganz so fit ist, dafür beruflich sehr erfolgreich. Ihm stellte Weiß einen Sonnyboy zur Seite: Neuner, jünger und gut aussehend. Von Anfang an war dem 55-jährigen Neunkirchner klar, was passieren sollte und auch, wo sich das Geschehen abspielen sollte. „Doch das Buch musste länger werden, deshalb haben sich die verschiedenen Personen erst im Laufe der Geschichte entwickelt“, sagt Weiß. Er wollte seine Leser auf verschiedene Fährten locken durch die Botschaften, die den Kommissaren zugespielt werden. „Spiel des Schattens“ lautet denn auch der Titel des 220 Seiten starken Buchs. Den Titel zu finden, gestaltete sich für Harald Weiß mindestens genauso schwierig wie für die Ermittler, die Person hinter den Botschaften zu überführen.

Alleine fünf Wochen hat Harald Weiß gebraucht, den passenden Titel zu finden. Nicht dass er keine Idee gehabt hätte, aber „alle Titel waren schon als Buch erschienen“. Eine Hilfe war ihm seine Schwester, die am Patentamt in Nürnberg arbeitet und dies leicht überprüfen konnte. Nun ist auch der Titel des Buches über das erste Forchheimer Ermittlerpaar beim Patentamt geschützt.

Nach einer ersten handschriftlichen Fassung tippte Weiß alles nochmals in den Computer. Das war auch für seine Lektorin in Hamburg wichtig, die ihn ein halbes Jahr begleitet hat. Für Weiß ist „Spiel des Schattens“ sein literarisches Debüt. Die Lektorin erinnerte ihn immer wieder auch daran, nicht für sich selbst, sondern für die Leser zu schreiben. Die müssten dranbleiben wollen und nicht nach Seite 20 das Buch lustlos beiseite legen wollen. Außerdem achtete die Lektorin auch darauf, ob Harald Weiß korrekt recherchiert hat. Ob eine Leiche wirklich so aussehen kann. Oder ob die Dienstgrade der Polizei stimmen. Dafür hat eigens mit Beamten der Polizeiinspektion in Uttenreuth gesprochen.

Idee für einen zweiten Fall
Harald Weiß hat sich entschieden, sein Buch im Eigenverlag zu veröffentlichen. Gedruckt hat „Spiel des Schattens“ die Neunkirchner Druckerei Stengl. Die erste Auflage bestand aus gerade einmal 140 Exemplaren. Inzwischen hat Weiß bereits die dritte Auflage geordert.

„Ich habe mich über die Resonanz sehr gefreut“, sagt Weiß bescheiden. Er glaubt, dass sein Ermittlerduo auch künftig bei den Lesern gut ankommen werde. Weiß hat deshalb schon eine Idee für den zweiten Fall von Kartl und Neuner.


Harald Weiß präsentiert seinen Krimi, den er im Eigenverlag veröffentlicht hat. Foto: Petra Malbrich