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Erlanger Nachrichten - 03.02.2005
Früheres Dorfidyll verewigt
Früheres Dorfidyll verewigt

Liebeserklärung einer Künstlerin an Neunkirchen zu sehen


NEUNKIRCHEN —
Einer nahezu vergessenen Künstlerin aus Nürnberg, Margret Wolfinger ( 1891 — 1954) ist eine kleine Ausstellung gewidmet, die derzeit im Haus St. Jakobus ( Von­ Hirschberg- Straße) in Neunkirchen zu sehen ist.

Die Ausstellung trägt den Titel „ Es war einmal . . . “ und ist ein Arrangement aus Privatbesitz stammender Gouachen, Lithographien, Aquarelle und Zeichnungen aus Skizzenbüchern.
Im lichten Café- und Vortragsraum des neuen Hauses kommt das Werk der im Verborgenen wirkenden Persönlichkeit, die sie war, hervorragend zur Geltung. Die Präsentation wurde von der Kunsthistorikerin Birgit Rauschert eingerichtet. Sie macht auf ein Lebenswerk aufmerksam, das schon seit dem Tode der Künstlerin vor 50 Jahren weitgehend unbeachtet blieb, jedoch auf Grund des hervorragenden Könnens der Illustratorin und Grafikerin heute wie eine seltene Kostbarkeit wirkt.
Seit den frühen zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts besuchte die in Nürnberg und Starnberg lebende Margret Wolfinger — von ihren Freunden zärtlich „ Gretl “ genannt — alljährlich dem Marktflecken Neunkirchen . Sie wird den Ort während ihrer Ausbildung zur Zeichenlehrerin bei dem Nürnberger Akademieprofessor Rudolf Schiestl kennen gelernt haben.
Auf einer ihrer Exkursionen nach Kalchreuth und hinüber ins oberfränkische Neunkirchen begegnete um 1922 der resoluten, literarisch ambitionierten Volksschullehrerin Anna Friedrich. Diese war Mittelpunkt eines Kreises von Künstlern, Literaten und Kunstliebhabern, der sich in ihrem Haus in der Himmelgartenstraße zusammenfand. Gretl Wolfinger wurde Anna Friedrichs engste Vertraute. Die Künstlerin widmete ihr als Dank für die Gastfreundschaft zahlreiche Blätter und Skizzenbücher.
Meist während der Sommermonate zog die freischaffende Künstlerin von der Großstadt nach Neunkirchen hinaus, das ihr allmählich zur zweiten Heimat wurde.
Margret Wolfingers Neunkirchener Ortsansichten zeigen eine heute längst vergangene Idylle, die aus Weihern, Gänse hütenden Kindern und Ochsenfuhrwerken bestand, die vor der prachtvollen Kulisse von Kirche und Klostergebäuden ihr Eigenleben führte. In einer Vitrine sind Zeugnisse ihres Lebens ausgebreitet: Fotografien und Skizzenbücher, Postkarten, Texte zu ihrem Leben und von ihr illustrierte Bilderbücher.