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Erlanger Nachrichten - 05.09.2008
„Jede Straße zieht noch mehr Verkehr an“

Bund Naturschutz spricht sich eindeutig gegen den geplanten Bau der Neunkirchener Westumgehung aus



Der Bund Naturschutz mit Rahmen beim Ortstermin für die Westumgehung in Neunkirchen. Friedrich Oehme, Bernhard Birnfeld, Heinrich Kattenbeck, Jürgen Paris und Tom Konopka (v. li.) Foto: Manuela Meyer


NEUNKIRCHEN — Seit Jahren fordert ein Großteil der Neunkirchener Bürger die so genannte Westumgehung. Mehrere Varianten wurden bereits ausgearbeitet, zwei sind aktuell noch im Gespräch. Jetzt meldet sich der Bund Naturschutz mit einem deutlichen „Nein“ zur Umgehung zu Wort. Und zeigt Alternativen auf.
Die vom Straßenbauamt ausgearbeitete Trasse zwischen Erleinhof und Neunkirchen, durchs Ebersbach- und Brandbachtal, hat sogar einige Gemeinderäte entsetzt ( wir berichteten). Schließlich würden nicht nur Biotope und Wälder durchschnitten, die Überquerung des Tals wäre auch nur mit einem sechs Meter hohen Damm möglich. Ein extremer Eingriff in die bislang an dieser Stelle relativ unberührte Landschaft, die vor allem als Naherholungsgebiet genutzt wird.
Doch die zuvor von der Gemeinde ausgearbeitete, so genannte „lila“ Trasse würde zu nah an den Trinkwasserbrunnen der Marktgemeinde vorbei führen und würde nicht genehmigt. Aus diesem Grund wollen vor allem die Ebersbacher einer früher geplanten Strecke, der so genannten „blauen“ Trasse den Vorzug geben. Diese würde die geringsten Flächen verbrauchen, würde allerdings im Osten Neunkirchens sehr nah am Ort vorbeiführen.
Doch auch diese Variante ist dem Bund Naturschutz (BN) ein Dorn im Auge. Er möchte die Westumgehung komplett verhindern. „Diese Straße schlägt eine 400 Meter breite Schneise durch die Natur. Denn erfahrungsgemäß ziehen sich Tiere auf beiden Seiten einer Straße 200 Meter zurück“, so Bernhard Birnfeld von der BN-Ortsgruppe Neunkirchen.
Schnepfen, Wachteln, Fasane und Feldhasen haben auf den Wiesen, Äckern und Wäldern zwischen Ebersbach und Neunkirchen ihren Lebensraum. In den kartierten Biotopen, die von der Umgehung durchkreuzt würden, leben viele Amphibien, darunter auch die streng geschützte Knoblauchkröte.
Dass die Umgehungsstraße als kostenlose Verbindung zwischen Forchheim und Schnaittach vor allem auch von Mautflüchtlingen missbraucht würde, sehen Tom Konopka und Heinrich Kattenbeck vom BN. „Jede Straße zieht noch mehr Verkehr an.“

Tempo 30 bewährt
Zehn Hektar Fläche würden für die Westumgehung verbraucht werden. Dafür sieht der BN keine Notwendigkeit. Denn die Entlastung, vor allem vom Schwerlastverkehr an der Forchheimer Straße, an der unter anderem die Grundschule liegt könne auch anders erreicht werden: „Die Tempo 30 Zone an der Grundschule hat sich bewährt, bisher gab es dort noch keinen einzigen Unfall“, so Birnfeld.
Die Lärmbelästigung könne durch einen Flüsterasphalt minimiert werden und die Engstelle am Friedhof könne, glaubt der BN, durch eine Fahrbahnverbreiterung in Richtung Forchheimer Tor beseitigt werden. „Dafür müsste dann zwar auch ein Baum gefällt werden“, so Konopka, „aber den wären wir bereit zu opfern, wenn wir dafür Hunderte von Bäumen und Büschen retten könnten, die sonst geschlagen würden.“ MANUELA MEYER