Felix-Müller-Museum Liste Sonderausstellungen

Der Heilige Sebastian im Lebenswerk Felix Müllers

Ausstellungseröffnung am Dienstag, dem 20. Januar 2004, 18:30 Uhr
Dauer der Ausstellung: bis Sonntag, 4. April 2004
Abendöffnung mit Führung: Freitag, 23. Januar, 27. Februar und 26. März 2004, jeweils 20:00 Uhr

„Sie werden auf einen Sebastian gewartet haben. Kommt später oder vielmehr, Sie können sich bei mir die Arbeit auswählen. Ich dachte mir als (nachträgliche) Hochzeitsgabe paßt doch keine schmerzliche Darstellung, sondern eben der Zeit gemäß. Also bitte nicht tragisch nehmen.“
(aus einem Brief vom 16. März 1930 an Otto Groll in Chemnitz)

Bei Durchsicht der Archivbücher des Museums, die den gesamten künstlerischen Nachlass Felix Müllers dokumentieren, tauchen bestimmte Themen immer wieder auf und bei den Heiligendarstellungen ist es insbesondere der Hl. Sebastian, der zahlreich vertreten ist - über 50 mal. Das war einer der Anlässe, diesem Heiligen mit den Werken Felix Müllers eine Sonderausstellung zu widmen.

Und damit sind wir in bester Gesellschaft, denn in der Kunsthalle Wien läuft derzeit eine Ausstellung zum selben Thema. Wir allerdings erweisen dem Heiligen eine besondere Reverenz, indem wir die ihm gewidmete Ausstellung an seinem Festtag, dem 20. Januar, eröffnen; dazu laden wir Sie herzlich ein.

Dieser Tag hat, bzw. hatte, in unserer Gegend schon immer eine besondere Bedeutung: Bamberg und Forchheim kennen an diesem Tag eine Prozession, in Herzogenaurach war der Tag bis in die 60er Jahre ein Festtag (schulfrei!), und auch in Neunkirchen gab es bis Ende der 70er eine Andacht zum Hl. Sebastian. Mit der Ausstellungseröffnung am Sebastianstag stehen wir in dieser Tradition.

Die vorhandenen Briefe und Werke Felix Müllers dokumentieren, dass er sich der Darstellung des Hl. Sebastian sein ganzes, langes Künstlerleben über gewidmet hat. Der oben zitierte Briefauszug vom 16. März 1930 ist das früheste Dokument; die Ausstellung wird erste Zeichnungen aus dem Jahre 1934 zeigen.


Hl. Sebastian mit Reh
Bleistiftzeichnung, undatiert, 30er Jahre

Es folgen Arbeiten aus den Kriegsjahren, der Gefangenschaft in Frankreich und solche aus den Neunkirchner Jahren nach 1950 bis hin in sein Todesjahr 1997. Eine der letzten Arbeiten zu diesem Thema ist eine undatierte Skizze; dargestellt ist ein Maler - Felix Müller selbst? -, von Pfeilen verwundet, gleich dem Hl. Sebastian. So hat sich im Laufe der Jahre das Sebastiansbild Felix Müllers vom Jüngling der frühen Jahre, der geschundenen Kreatur in den Kriegs- und Nachkriegsjahren bis zu den Bildern des Alters verändert.

Wir laden herzlich zum Besuch der Ausstellung ein.

P.L.


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