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Felix-Müller-Museum - Aktuelles

NEUES AUS DEM MUSEUM

Ein Marterl in der Effeltricher Flur

Es steht am Feldweg von Hetzles nach Effeltrich, an der Weggabelung nach Honings, und steht dort schon 400 Jahre. Dicht dabei ein Gedenkstein für am 15. April 1945 gefallene Soldaten, sieben Angehörige einer Flak-Einheit, darunter drei Jugendliche im Alter von 17/18 Jahren. Es waren die letzten Kriegstage. Am Tag darauf endete mit dem Einmarsch der Amerikaner die Nazi-Diktatur in Neunkirchen.

Sechs der Soldaten starben sofort, der siebte am nächsten Tag. Deren Frauen und Mütter aber mußten ihr Leben lang Leid tragen. Das war der Denkanstoß zur Überlegung, die Bildnische im Marterl mit einem kleinen Bronzerelief von Felix Müller zu versehen, einer Pietà: Der Mutter Jesu wird der tote Sohn in den Schoß gelegt.

Im Besitz des Felix-Müller-Museums und des Marktes waren drei Bronzegüsse dieses Reliefs. Einer davon wurde nun im Marterl „auf ewig“ angebracht und mit einer Segnung am 15. April 2015 als Schenkung den Effeltricher Vereinen feierlich übergeben – 70 Jahre nach dem Ereignis. Die Bevölkerung, Gemeindevertretung und Ortsvereine von Effeltrich waren zu der Feierstunde zahlreich versammelt, als Gäste der 1. Bürgermeister Heinz Richter aus Neunkirchen und der Beauftragte des Felix-Müller-Museums. Gesangverein und Musikkapelle aus Effeltrich gestalteten würdevoll den musikalischen Rahmen.

Gerd Milles aus Effeltrich – er hat 1995 die Aufstellung des Gedenksteines initiiert - erinnerte in einem kleinen Rückblick an die schrecklichen Ereignisse des Tages vor 70 Jahren. Der Museumsbeauftragte Peter Lichtenberger gab eine kurze Einführung zur Bedeutung des kleinen Bronzereliefs.

Eine feierliche Andacht, geleitet von Herrn Geistlichen Rat, Pfarrer Albert Löhr aus Effeltrich, war Mittelpunkt der Veranstaltung und galt der Segnung und Widmung dieses Kunstwerkes.

Die Pietà von Felix Müller ist dem Leid und dem Schmerz der Mütter und Frauen gewidmet, die ihre Söhne und Männer in den Kriegen verloren haben. Als Mahnung und in Erinnerung an diese schreckliche Zeit soll sie dem Wanderer und Vorbeikommenden vor Augen halten, was diese Frauen an Leid zu tragen hatten. Sie soll an dieser Stelle auch an unser aller Gewissen appellieren, aktiv für die friedliche Erhaltung unserer Welt einzutreten.

 

Erneut: großzügige Schenkungen an das Museum

Seit seinem Bestehen wird das Museum immer wieder großzügig mit Schenkungen bedacht. Stellvertretend für alle bisherigen seien hier genannt:
•    Schenkung Asteriades mit 27, großenteils frühen Werken aus den 1930er Jahren. Ein Vermögen!
•    Schenkung Pinzka: 24 größere und kleinere Arbeiten aus der Nachkriegszeit.
•    Schenkung Jugendhaus Düsseldorf aus dem Nachlaß Jupp Schneider: eine Pietà und ein frühes Kruzifix.
•    Schenkung Gerta Schmidt: das Selbstbildnis von 1933 und Ölgemälde „Sonnenuntergang“.

In den letzten Wochen hat das Museum erneut Schenkungen erhalten. Zunächst ein großformatiges Ölgemälde mit herbstlichen Sonnenblumen (1961) aus dem Nachlaß einer Lehrerin aus Bamberg.
Und dann noch ein ganz prominentes Werk, auch aus Bamberg: eine Skulptur aus makellosem Lindenholz, 95 x 35 cm. Dargestellt ist die Hl. Caecilia. Und aus Bayreuth das dazugehörige Gipsmodell.


Foto: Marijana Dollack

In der Mitte die Patronin der Kirchenmusik mit ihrem Instrument, der Orgel. Darunter ein Engel, der ein Spruchband hält mit dem Text: „Laudate Dominum“. Bekrönt wird die Skulptur von drei Medaillons:
•    Links: Weihnachten, dazu der Text „Gloria in excelsis Deo“
•    Rechts: Karfreitag, dazu der Text „Agios o Theos“, ein Hymnus aus der Karfreitagsliturgie
•    In der Mitte: Ostern. Das leere Kreuz, umrahmt von der Sonne des Ostermorgens, dazu der Text „Halleluja“


Damit können wir sehr schön die Entstehung des Werkes dokumentieren:
•    Im Nachlaß von Felix Müller befindet sich dazu die Bleistiftskizze, datiert 17. Mai 1958 (Bild unten links).
•    Als Schenkung das dazugehörige Gipsmodell; das hatten wir leihweise bereits 2007 im Museum in der Sonderausstellung zum 10. Todestag (Bild unten Mitte).
•    Als Schenkung die endgültige Fassung in Lindenholz. Es ist davon auszugehen, daß sie 1958 entstanden ist (Bild unten rechts).


   

Den Schenkern sei Dank!
Peter Lichtenberger

 

 

 

 

 

 

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