Nachfolgend die aktuelle/letzte Sonderausstellung. Zurückliegende Sonderausstellungen finden sie in unserem Archiv.
23.11.2025 - 29.03.2026
Frisch restauriert präsentiert sich das "Mädchen mit Reh", eine Schenkung aus dem Jahr 2024, mit der Frau Annette Seiler aus Veitsbronn das Andenken ihres verstorbenen Mannes, Herrn Dipl. Ing. Jürgen Seiler, ehrt. Als eine Terrakotta-Skulptur aus den frühen 1930er Jahren ist sie im Oeuvre des Bildhauers Felix Müller von besonderem Wert, da Kriegsverluste die frühen plastischen Arbeiten um manchen Schatz beraubt haben.
Der Künstler zitiert hier das Grimmsche Märchen "Brüderchen und Schwesterchen". Dabei geht es um den hinterlistigen Angriff auf das Gute, die Bewährung des Guten und schließlich dessen Sieg - ein typisches Märchenschema, das Kindern Mut macht, dem Leben und der eigenen Entwicklung zu vertrauen.
Müller wandte sich diesem Thema wiederholt zu, nicht Text getreu, sondern interpretierend. In der auf dem Ausstellungsplakat zu sehenden Zeichnung, vermischt sich das Motiv mit der Schlussszene des Rapunzelmärchens. Eine weitere Brüderchen u. Schwesterchen-Version betitelt der Künstler gleich als "Romanze" und in der Schneewittchen-Zeichnung (7 Zwerge) schafft er eine Melange mit Dornröschen.
Im Gegensatz zu Märchen enthalten Sagen einen historischen Kern und benennen deswegen auch reale Orte und / oder Personen. Das von der Neunkirchener Lehrerin, Anna Friederich, zusammengestellte und von Felix Müller illustrierte Sagenbüchlein "Aus alter Zeit", ist ein solches Beispiel. Die Publikation (aus Restbeständen der Marktbücherei) ist ab sofort wieder für 6,- Euro bis zum Ausstellungsende im Museum zu erwerben.

Müllers Titelgrafik des Neunkirchener Sagenbuches
Die Geschichte der "Sieben Schwaben" benennt eine reale Volksgruppe (so wie es typisch ist für eine Sage), sie ist jedoch auch im Grimmschen Märchenbuch aufgeführt und genau genommen als Schwank zu betrachten. Der gebürtige Schwabe Müller identifiziert sich zum einen mit den "tapferen Schwaben", die im Mittelalter in erster Reihe die Reichssturmfahne trugen, amüsiert sich aber auch zeichnerisch über die "dummen Schwaben" die vor einem Ungeheuer Angst haben, das sich als Hase herausstellt.

Die 7 Schwaben, 29.12.1947
Auf das Genre der Legenden (Heiligengeschichten) schließlich verweisen u. a. zwei Leihgaben: eine anmutige Holzskulptur, welche die Hubertuslegende darstellt und das große farbige Christophorus-Relief aus dem Neunkirchener Kindergarten St. Elisabeth. Mit beiden Heiligen befasste sich Felix Müller vielfach.

Bild 1. St. Christophorus als Patron der Reisenden u. Autofahrer, Entwurf f. Bildfenster, nach 1950
Bild 2. St. Christophorus, Entwurf für Skulptur auf einem Podest, 13.10.1943
Bild 3. Hl. Hubertus, 3.10.1938
Begleitend zur Ausstellung entstanden nach drei ausgewählten Müller-Zeichnungen Kunstpostkarten in kleiner Auflage (s. Abb.). Sie sind im Museum für 1,- Euro zu erwerben.



Bild 1. Brüderchen u. Schwesterchen/Rapunzel
Bild 2. Schneewittchen und die 7 Zwerge
Bild 3. Rübezahl