Nachfolgend die aktuelle/letzte Sonderausstellung. Zurückliegende Sonderausstellungen finden sie in unserem Archiv.
19. April 2026 - 23. August 2026

Wie sehr Felix Müller seit der Kindheit mit Blumen verbunden war, deutet sich an, in einem Brief seiner Mutter vom 1. August (1947?): "...keinen Sonntag ohne Kirche, u. Nachmittag mit Mutter Spaziergang, mit einem tüchtigen Blumenstrauß nach Hause kommend. ..." Diese Blumen dienten dem jungen Künstler auch als Bildmotive, wie der zügig mit Pinsel auf Karton gemalte Wiesenstrauß (ohne Vase!) von 1939 offenbart.

Der Schwerpunkt dieser Ausstellung liegt auf Müllers Blumenbilder der frühen und mittleren Jahre. Eine wirklich frühe, plastische (!) Arbeit ist leider nur noch aus einer Briefpassage Müllers vom 10. Aug. 1928 an Otto Groll bekannt: "Der Frühling. Eine Mädchenfigur in Lebensgröße. ... mit der einen Hand Blumen zudeckend u schützend, die andere einen Strauß haltend. Am Boden aber läuten Maiglöckchen u andere. Die Figur kommt auf eine große Sandsteinbasis in meinen Garten. Heute kann ich schon schwören, unverstanden wird diese Plastik auf die Straße blicken. Ich wollte sie am liebsten in einen Gartenalkoven stellen, mit grünem Hintergrund. Ganz einsam würde sie zu sprechen beginnen – u ich wäre glücklich.“ Stellvertretend für jene verlorene Primavera Müllers zeigt die Ausstellung zwei Skulpturenfragmente aus der Nachkriegszeit (1950/1960).
Als Symbolist verwendete Felix Müller Blumen natürlich auch sinnbildlich. So steht z. B. die Distel für das Leiden der Frau als Nachfahrin der Urmutter Eva.

Dem Löwenzahn in seinem schnell vergänglichen Samenstand als Pusteblume ordnet er Sterben und Tod zu. Kastanienblüten verbindet Müller mit Hochzeit und Zeugung. Die Christrosen, welche ein Forchheimer Gärtner den Müllers alljährlich zu Weihnachten verehrte, drücken den Sieg des Lebens über den Tod bzw. den Winter aus. Rosen galten Müller als Symbol der (vergänglichen) Schönheit. Viele Male hatte er sie bei seiner Tätigkeit in der Fürther Stilmöbelfabrik geschnitzt. Die Ausstellung zeigt sie auf einem von Müller in der französischen Kriegsgefangenschaft gefertigten Grabstein in Art-deco-Manier.
Im Sommer 1964 malte Müller einen großen Sonnenblumenstrauß vor rottonigem Grund. Einige zwischen Birnen und Weintrauben im Vordergrund herabgefallene Blütenblätter deuten schon das Verwelken an, aber auch die Reifezeit der prallen Fruchtstände. Das verschmitzte Gesicht auf dem bauchigen Tongefäß kann sowohl als eine anthropomorphe Anspielung auf den Sommer verstanden werden, als auch auf ein Augenzwinkern des Künstlers selbst, der sich das eine oder andere Mal in der Rolle des griechischen Pan gefiel. Das Gemälde ist eine Schenkung der Berliner Unternehmerin, Bettina Schrenk (www.her-investment.de) vom Ende des Jahres 2025. In der Ausstellung "Müllers Blumen" feiert es seine Premiere in der Öffentlichkeit.
