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Erlanger Nachrichten - 21.01.2009
Laute Schwerlaster statt Gänsegeschnatter
Bürgerinitiative Neunkirchen hält eine Westumgehung für unumgänglich — Forderung ist schon 40 Jahre alt


57 Zentimeter trennen an der Forchheimer Straße den Fußgänger vom Schwerlastverkehr. Wo Helmut Forster früher Gänse entlang trieb, belasten heute über 6000 Fahrzeuge täglich die Anwohner.
Foto: Manuela Meyer


Seit 40 Jahren fordert Neunkirchen bereits eine Westumgehung. Jetzt ist sie in greifbare Nähe gerückt, doch mittlerweile wollen einige Bürger die Umgehungsstraße am liebsten verhindern (wir berichteten). Helmut Forster, Sprecher der Bürgerinitiative „Für eine Westumgehung“ bringt diese Haltung auf die Palme.
Helmut Forster kennt die Forchheimer Straße in Neunkirchen seit seiner Geburt. Seine Eltern haben 1937 das Haus mit der Nummer 29 gebaut, ein Jahr später kam Helmut Forster darin zur Welt.
Bis 1962 war die Forchheimer Straße noch eine Schotterpiste, die Neunkirchen mit Honings und Effeltrich verband. Forchheim war damals fast eine Tagesreise entfernt. Und Forster erinnert sich noch gut daran, wie er auf der Straße, auf der mittlerweile täglich mehr als 6000 Fahrzeuge unterwegs sind, Gänse entlang getrieben hat.

Mitten durch den Ort
„Mit Pferdefuhrwerken waren die Bauern zu ihren Äckern vor den Toren der Gemeinde unterwegs“, erinnert sich Forster. Für so ein hohes Verkehrsaufkommen mit 30-TonnenLastwagen und mehr war die Forchheimer Straße nie ausgelegt, Fußgängern bleibt heute an manchen Stellen nur 57 Zentimeter Gehwegsbreite. In der Friedhofstraße sieht es nicht besser aus, hier müssen Lkw, wenn sie sich begegnen, sogar auf den Gehsteig ausweichen. Eine Gefahr vor allem für Kinder auf dem Weg zur dortigen Grundschule.
Eigentlich würde die Staatsstraße 2234, die Verbindung zwischen Erlangen und Forchheim, mitten durch den Ort führen. Doch die beiden Tore sind für die meisten Lastwagen zu niedrig. Deshalb traf die Gemeinde 1995 mit dem Freistaat Bayern die Vereinbarung, den Verkehr „vorläufig“ über die Friedhofstraße auf die Forchheimer Straße zu leiten. Damit war der Weg auch für den Schwerlastverkehr offen.
„Leider hat man es versäumt, eine Frist, wie lange das ,vorläufig‘ dauert, zu setzen. Aber man ging ja davon aus, dass bald die Westumgehung kommt“, sagt Helmut Forster.
Durch den Schwerlastverkehr würden die Anwohner aber nicht nur mit Lärm und Feinstaub belästigt, die Straßendecke, finanziert von eben jenen Anwohnern, habe ebenfalls bereits gelitten. Ebenso wie der Abwasserkanal darunter. „Und diese Kosten tragen wiederum die Anlieger“, ist Forster empört.

Nicht überzeugend
Die Bürgerinitiative „MUNk“, die eine Westumgehung stark in Frage stellt, behauptet, durch die Umgehung würde der Verkehr in der Friedhof- und Forchheimer Straße kaum abnehmen und beruft sich dabei auf Hochrechnungen des Straßenbauamtes. Zumal nicht gezählt worden sei, wie viele Lastwagen dort fahren, weil sie anliefern müssten.
„So ein Quatsch“, empört sich Forster. „Die Zahlen sind aus der Luft gegriffen. Es gibt weder in der Forchheimer- , noch in der Friedhofstraße Geschäfte. Die Lkw fahren alle zum Gewerbegebiet. Und das könnte dann direkt von der Umgehungsstraße angefahren werden.“ Mindestens 95 Prozent der Neunkirchener, ist sich Forster sicher, seien für die Westumgehung. Und er droht: Wenn die nicht kommt, weil sich ein paar quer stellen, dann kämpfen wir hier an der Forchheimer- und Friedhofstraße für eine Einbahnstraßenregelung. Sodass nur noch der Verkehr von Erlangen nach Forchheim bei uns vorbeiführt. In umgekehrter Richtung soll er dann über Galgenanger, die Marloffsteiner Straße und den Tennenbach laufen.“


VON MANUELA MEYER