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Nordbayerische Nachrichten - 16.02.2009
Leserbrief: Westumfahrung ein Irrweg

Betrifft: Diskussion um die Westumgehung von Neunkirchen

Mit einem Bericht vom 28. Januar 2009 und einem Leserbrief vom 17. Januar informierten die NN zur Diskussion um die Westumgehung Neunkirchens. Aus der bisherigen Entwicklung ist abzusehen, dass die Verantwortlichen des Marktes auch weiter an der Realisierung der Straße festhalten. obwohl nicht genau gesagt werden kann, weshalb diese nötig ist.
Der BN sieht die vorgebrachte Problematik der Lärm- und Erschütterungsbelästigungen von Anwohnern am durch Neunkirchen führenden Straßenzug durch große Lkw. Hier ist nach Abhilfemaßnahmen zu suchen. Zwar haben nunmehr die Marktgemeinde und offenbar auch die Kommunalpolitiker weitere Planungen hierzu erhalten, sonstigen Personen werden diese aber vorenthalten. Mit Steuergeldern Erarbeitetes wird dem Bürger nicht gezeigt, bis offenbar eine für den 18. Februar avisierte Marktgemeinderatssitzung eine Richtungsvorbestimmung Eingeweihter zugelassen hat. Das lässt in Richtung Bürgernähe deutliche Fragezeichen offen.
Die Westumgehung brächte etliche Nachteile mit sich: Nach Prognose des Staatlichen Bauamts Bamberg ist bei schweren Lkw eine deutliche Anteilerhöhung im mehrstelligen Prozentbereich zu erwarten, sollte die Westumgehung gebaut werden. Dies gilt für die Richtung Effeltrich in und von Neunkirchen und ebenso Richtung Dormitz/Kleinsendelbach, indem die Umgehung das Mehr an Verkehr auf diese Route zieht.
Die Einschnittvertiefung im Norden erzeugt einen langen Böschungstrichter. Dieser entzieht einerseits der Hochfläche Grundwasser, wirkt andererseits als Regenauffangtrichter und lässt das Oberflächenwasser rascher ins Tal abfließen. Wald wird zerschnitten in kaum überlebensfähige Inseln. Ein noch immer fünf Meter hoher Damm quer im Tal riegelt die nächtlichen Kaltluftströme ab. Dies obwohl laut Landschaftsplan „von BiologenFachleuten geschrieben' generell im Tal nicht quer verbauende Dämme errichtet werden sollen. Das Eintauchen in den Pfaffenau-Wald vermeidet zwar das Durchfahren von Brunnenschutzzonen, schneidet aber dessen schützenswerten Laubbaumsaumrand ab.
Verbreiternd wirkt nun auch noch die parallel zur Umfahrung geführte Verbindungsstraße nach Ebersbach. Wie schon im nördlichen Ebersbachtal werden auf dem Weg nach Süden viele Felder zerschnitten – auch durch einen großen Kreisel. Lange Umwege zum Bewirtschaften werden zugemutet. Im Süden führt dann die Trasse rigoros durch den Lebensraum Auen des Brand- und Ebersbachs, in dem der Markt Ausgleichsflächen für ein zerstörtes Biotop säumig ist (s. Landschaftsplan 2002). Dies zerstört diesen Lebensraum schleichend. Letzte Wasserflächen werden verfüllt. Nebenher erzeugt die Damm-Konstruktion noch zwei Flutwannen für Hochwässer, eine für das Wohn- und eine für das Gewerbegebiet.
Alles nicht so schlimm sagen die Politiker, wir haben doch Gutachten. Aber gerade in Auenbereichen, lehrt uns die Natur, errichtet man ungestraft keine Kunstbauten – es sei denn, man entfernt sie Jahrzehnte später wieder.
Eines wird immer klarer: Die Westumfahrung ist nicht das geeignete Mittel für die Lösung der anstehenden Problematik. An einer verträglichen Lösung, die den „Neunkirchener Stöpsel“ im Verkehrsfluss lässt, im geeigneten Kreis mitzugestalten bleibt weiterhin das Angebot des BN.

Bernhard Birnfeld, BN-Ortsgruppe Neunkirchen