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Nordbayerische Nachrichten - 28.02.2009
Leserbrief: Westumgehung: Die Neubürger bewusst über den Tisch gezogen?

Betrifft: Westumgehung Neunkirchen

Wir, meine Frau, ich und unsere drei Kinder, wohnen im Neubaugebiet „Am Erlengrund“. Das Grundstück haben wir 2002 von der Gemeinde gekauft. Damals wohnten wir noch in Nürnberg. Als der zweite Nachwuchs kam, entschlossen wir uns zu einem Eigenheim. Durch Zufall wurden wir auf Neunkirchen aufmerksam und schauten uns den Ort an. Was uns hier gefiel: die Nähe an Erlangen, Einkaufsmöglichkeiten und vor allem die Nähe zur Natur. Ein Anruf im Rathaus und wir bekamen die Bebauungspläne und eine Aufstellung der freien Grundstücke zugeschickt.
Punkt 1: „Billige“ Grundstücke In einer Audienz beim damaligen 1.Bürgermeister, teilte dieser uns mit, dass die Gemeinde junge Familien mit Kindern unterstütze und bei den Grundstückspreisen Rabatte gibt. Er riet uns einen Antrag zu stellen und sicherte uns seine Unterstützung zu. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung wurde unser Antrag mit 17:0 Stimmen abgelehnt. Obwohl wir uns ein wenig verarscht vorkamen, kauften wir trotzdem das Grundstück allein wegen der Nähe zu der unberührten Natur. Als wir den Kaufvertrag vor dem Notar besiegelten, sprach ich die damalige 2. Bürgermeisterin wegen unseren Anträgen auf Grundstücksrabatt an. Diese lachte uns ins Gesicht und sagte den Bonus gibt’s nur für Einheimische (und nicht für Zugereiste).
Punkt 2: Alle haben von der Westumgehung gewusst Auch die Frage ob das Grundstück belastet sei beantwortete die 2. Bürgermeisterin vor dem Notar mit Nein. Von Westumgehung keine Rede. Man wollte doch das Grundstück verkaufen. Daher ist es eine Frechheit wenn mancher Neunkirchener Bürger behauptet wir hätten alle von der Westumgehung gewusst.
Auch fand ich es informativ, als ein CSU-Mitglied bei der Bürgersprechstunde im Dezember 2008 erklärte, dass hier, am Erlengrund, der tiefste Punkt von Neunkirchen sei, daher Überschwemmungsgefährdet und das jedem Neunkirchener Bürger bekannt sei. Auch war ihm nicht klar wieso gerade hier eine Straße geplant wird, die dann durch ihre Dammwirkung die Überschwemmungsgefahr erhöht. Ich frage mich wieso hier Bauland ausgewiesen wurde und über Werbung Ortsfremde nach Neunkirchen gelockt wurden. Wer hat das Interesse gehabt gerade hier Bauland zu verkaufen und sich auf Kosten von anderen zu bereichern?
Punkt 3: Anbindung über Erleinhofer Straße Die geplante Anbindung über die Erleinhofer Straße trennt zwei Wohngebiete mit über 100 Kindern, die diese Straße mehrmals täglich überqueren müssen. Haben sich die Verantwortlichen darüber schon Gedanken gemacht wie das sicher geschehen soll bei einem Verkehrsaufkommen von zirka 3600 Fahrzeugen pro Tag und der Unübersichtlichkeit der Kreuzung mit dem Henkersteg?
Ist das die Familienfreundlichkeit für die Neunkirchen ausgezeichnet wurde? Wieso kann die Anbindung der Westumgehung nicht über die Heuwiesen erfolgen? Hier wohnen keine Menschen, die Mittagsbetreuung und He Ve gibt es hier nicht mehr und der geplante Multifunktionsplatz kann auch von der Stirn- oder Rückseite erreicht werden.
Punkt 4: Lärmpegel/Die Intensität des Schalls nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab.
Wie erklärt es sich, dass wir die Dormitzer Kärwa, obwohl 2000 Meter Luftlinie entfernt, sehr gut hören. Der kleinste Abstand eines Hauses zur Westumgehung beträgt nur zirka 200 Meter.
Diese theoretische Formel stimmt – ist aber nur ein kleiner Teil der Realität. Es gibt da noch einige andere Eigenarten der Schallwellen die hier bewusst in einem Leserbrief verschwiegen werden, wie zum Beispiel Interferenz (Überlagerung von Wellen und damit Verstärkung), Brechung, Beugung (dabei tritt Schallenergie in Schattenzonen ein, zum Beispiel in abgeschattete Bereiche hinter einem Gebäude), Reflexion (Echo) u.a.
Wieso werden wir, die Neubürger, die hier investiert und auch zum Wohlstand der Gemeinde beitragen als Wähler nicht ernst genommen? Warum sucht man nicht nach einer optimalen Lösung? Die Marktgemeinde versperrt sich mit der relativ ortsnahen Trasse eine weitere Entwicklung in westlicher Richtung. Warum denkt der Marktgemeinderat nur so kurzsichtig?
Wir alle müssen unsere Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verrichten. Ich fordere den Bürgermeister und den Marktgemeinderat auf dies auch zu tun.

Alexander Kick, Neunkirchen