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Erlanger Nachrichten - 04.03.2009
Westumgehung: Wissen, woher der Wind weht
Berthold Hübner vom Staatlichen Bauamt in Bamberg erläuterte Neunkirchener Bürgern die Trassenführung


Die gestrichelte Linie markiert die geplante, hart diskutierte Westumgehung Neunkirchen. Repro und Grafik: Manuela Meyer


Die Turnhalle der Neunkirchener Grundschule war bis auf den letzten Platz besetzt: Mehr als 500 Bürger wollten sich über die geplante Westumgehung informieren. Berthold Hübner vom Staatlichen Bauamt Bamberg erläuterte noch einmal, warum er die Westumgehung für nötig hält.

NEUNKIRCHEN — Derzeit befahren durchschnittlich 8950 Fahrzeuge täglich die Staatsstraße 2234 im Bereich Neunkirchen. Eine Hochrechnung für das Jahr 2025 geht von einer Zunahme auf 10500 Kfz pro 24 Stunden aus. Die Westumgehung würde das derzeitige Fahrzeugaufkommen um bis zu 6300 Autos pro Tag verringern. Der Ausbau könnte zwischen 2011 und 2015 erfolgen, die Trasse wird derzeit mit rund 7,2 Millionen Euro veranschlagt.
Mehrere Varianten waren vom Bauamt in Bamberg geprüft worden, vor allem eine orstfernere Trasse westlich von Erleinhof. Diese wurde aber wieder verworfen, so Hübner, weil dort viele geschützte Tierarten leben.

Kreisel an den Heuwiesen?
Strittig ist noch die Anbindung von Neunkirchen. Zwei Varianten gibt es: Der Ort könnte zum Einen über die Erlanger Straße und weiterhin mit einem Kreisverkehr an die Erleinhofer Straße angebunden werden. Dadurch würde sich der Verkehr in den beiden Wohnstraßen erhöhen.
Die zweite Variante wäre ein Kreisel an den Heuwiesen. Damit würde man den Verkehr aus der Erleinhofer und der Erlanger Straße zwar mindern, allerdings gäbe es dann nur ein Nadelöhr, nämlich die Heuwiesen, durch die der ganze Verkehr fließen müsste. Erleinhof hätte keine direkte Auffahrt auf die Umgehung. Auch für die Fußgänger und Radfahrer gäbe es einen Umweg, um in den Hauptort zu kommen, der zudem bei Hochwasser nicht passierbar wäre.
Das Hochwasser war auch bei der fast dreistündigen Fragerunde ein Thema: „Wie schützen Sie uns vor dem Hochwasser“, wollte eine Bürgerin wissen und legte Fotos diverser Überschwemmungen bei ihrem Haus vor. Hübner versprach, die Hochwassersituation noch näher zu untersuchen, es würden aber für die Versiegelung der Flur auch Ausgleichsflächen geschaffen. Außerdem würde zum Ausgleich der Aufschüttungen an anderer Stelle Mulden geschaffen, in die das Wasser ablaufen könne.
Enttäuschen musste der Abteilungsleiter des Bauamtes einen Anwohner aus Ebersbach. Dieser wollte wissen, ob der Damm so breit wäre, dass man ihn mit Büschen bepflanzen kann. Zwar würde der Damm bepflanzt, allerdings nur mit niedrigem Buschwerk und kleineren Bäumen. „Die Bepflanzung kann sicherlich nicht so hoch werden, dass Sie die Straße nicht mehr sehen.“ Allerdings werde sich die Straße mit der Zeit in die Landschaft einfügen.

Sorgen um das Wild
Ob bei den Lärmschutzplanungen auch berücksichtigt worden sei, dass der Wind fast immer aus Westen weht und die Gemeinde genau östlich der Trasse liegt, wollte eine Neubürgerin wissen. „Ja, wir wissen, woher der Wind weht“, sagte Hübner. Bei der Berechnung sei von jeweils den schlechtesten Verhältnissen ausgegangen worden.
Ums Wild sorgt sich Bernhard Birnfeld vom Bund Naturschutz. Hübner versicherte, dass bei starkem Wildwechsel ein Schutzzaun geplant werde. „Wir sind mit der Jagdgenossenschaft bereits im Gespräch.“ Um die Finanzen machen sich auch ein paar Bürger Sorgen. Ein ehemaliger Gemeinderat will wissen, wer eigentlich den Straßenunterhalt für die jetztige Verkehrsführung über die Friedhofstraße bezahlt. Bürgermeister Heinz Richter: „Die Last liegt beim Markt Neunkirchen“. Allerdings kann sich nach ersten Gesprächen das Straßenbauamt vorstellen, sich mit 50 Prozent zu beteiligen.
Die Kosten für die neue Umgehung würde allerdings der Freistaat komplett übernehmen. Ebenso alle Kosten für weitere Maßnahmen, die durch die Umgehung zwingend nötig werden würden. „Dies wird allerdings sehr eng ausgelegt“, schränkt Hübner ein. „Im Prinzip kann man sagen, dass alles was nicht im Plan enthalten ist, auch nicht gezahlt wird.“ MANUELA MEYER