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Fränkischer Tag - 26.06.2009
Knoblauchkröten statt Laster
Forderung Der Bund Naturschutz Kreisverband bekräftigt sein grundsätzliches Nein zur Westumgehung von Neunkirchen am Brand. Die Straße sei unnötig behauptet der BN.




Neunkirchen am Brand - Die Kreisgruppe Forchheim des Bund Naturschutz bleibt bei ihrem Nein zur Westumfahrung von Neunkirchen. So bekräftigt BN-Kreisvorsitzender Heiner Kattenbeck: „Generell hat sich zu den geplanten Umfahrungen von Neunkirchen und von Dormitz an der ablehnenden Position des Bund Naturschutz auf Orts-, Kreis- und Landesebene nichts geändert.“ Die Umgehung sei schlichtweg nicht notwendig.
Die vorliegenden Verkehrsdaten rechtfertigten den Bau der Westumfahrung nicht, argumentiert der stellvertretende BN-Ortsvorsitzende von Neunkirchen am Brand, Bernhard Birnfeld. Von den in der Verkehrszählung registrierten 6200 Fahrzeugen, darunter 434 Lastwagen, seien aber nur 1,9 Prozent und damit nur knapp 200 Lkws über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Für sie eine teure Umgehungsstraße zu bauen , rechne sich nicht.
BN und BI protestieren
Lösungen zur Beseitigung von Gefährdungsstellen in der Friedhofsstraße müssten unabhängig von einer Umgehung gefunden werden, denn der Ziel- und Quellverkehr bleibe. Eine Umgehung habe nicht zur Folge, dass in Neunkirchen keine Autos mehr fahren. Deshalb müsse der Marktgemeinderat Maßnahmen ergreifen um die Belästigungen der Anwohner durch den Verkehr so gering wie möglich zu halten. In diesem Zusammenhang betont Kattenbeck: „Das Gesprächsangebot des BN mit dem Markt über solche Dinge offen zu reden steht uneingeschränkt auch weiterhin.“
Mit seiner Ablehnung der Neunkirchener Westumgehung steht der BN aber nicht allein. Auch die Bürgerinitiative „Munk e.V“ um die Vorsitzende Bettina Wittmann. Der Verein habe eine Gefährdungsanalyse erstellt und eine Verkehrszählung durchgeführt, die einen starken Ziel und Quellverkehr bestätigt habe. Der Spitzenwert lag bei 330 Fahrzeugen pro Stunde, so Birnfeld. Damit sei die Verkehrsinfrastruktur völlig rechtskonform, denn die Leitlinien sähen für eine Durchgangsstraße eine Belastung von bis zu 600 Autos pro Stunde als tolerierbar an. Die „Bürgerinitiative für ein modernes und umweltbewusstes Neunkirchen“ habe daher tausend Unterschriften gegen den Bau der Umgehungsstraße gesammelt, die den zuständigen Behörden übergeben worden seien.
EU-Richtlinie soll helfen
Seine Hoffnung, dass der Bau der Neunkirchener Westumgehung doch noch verhindert werden kann, setzt BN-Vorstandsmitglied Bernhard Birnfeld auf die Wasser-Rahmen-Richtlinie (WRRL), die bis 2015 europaweit umgesetzt werden soll. Ziel ist ein „guter ökologischer und chemischer Zustand aller natürlichen Oberflächengewässer“ und die “Schaffung eines guten ökologischen Potenzials und guten chemischen Zustands für künstliche und natürliche, aber erheblich veränderte Gewässer.“ Allein auf Neunkirchener Gemarkung seien von der Gewässer-Lebenslinie der Achse Brand- und Ebersbach von ehemals 13 Hektar Gewässern (noch um 1900) nur noch zwei Hektar übrig. Noch seien auf der Achse des Brand- und Ebersbachs die Leitamphibien für ein intaktes Naturgebiet, etwa die mittlerweile höchst geschützte Knoblauchkröte, die Kreuzkröte oder auch besondere Vogelarten, wie der Wendehals oder die Bekassine zu Hause. Damit dies so bleibt, seien deutliche Anstrengungen nötig, wieder mehr Feuchtflächen zu schaffen.
Eine Umgehung Neunkirchens auf der vorgesehenen Trasse würde genau das Gegenteil bewirken und die Reste des Naturlebensraumes zusätzlich belasten. Ziel müsse es sein, derartige Flächen im Rahmen der Gestaltung und Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie neu zu schaffen. Deshalb kämpfe der Bund Naturschutz vor Ort in Neunkirchen mit allen ihm zur Verfügung stehenden demokratischen Rechtsmitteln gegen das Straßenprojekt.

Josef Hofbauer