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Fränkischer Tag - 24.07.2010
Sonderschau zeigt den heiteren Felix Müller
Ausstellung Aus dem Bestand von 3600 Zeichnungen, Aquarellen, Holzschnitten und Grafiken, 1200 Kugelschreiber-Skizzen sowie bildhauerischen Arbeiten wurden die frohen Arbeiten ausgewählt.


Neunkirchen am Brand
- Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Felix-Müller-Museums, das im Obergeschoss des historischen Zehntspeichers in Neunkirchen 5000 Kunstwerke aus dem 75 Jahre umfassenden Lebenswerk des großen Neunkirchner Malers und Bildhauers beherbergt, wurde jetzt die Sonderausstellung „Der heitere Felix Müller“ eröffnet.

Von „Brass am Brand“ der Jugend- und Trachtenkapelle unter der Leitung von Georg Maderer musikalisch willkommen geheißen, begrüßte der Museumsbeauftragte Peter Lichtenberger zu der Eröffnungsfeier neben den Kulturreferenten des Landkreises Forchheim und Vorsitzenden der Gertrud-Müller-Stiftung Toni Eckert, Bürgermeister Heinz Richter und die Kunsthistorikerin Birgit Rauschert. Gerade sie hatte in über drei Jahren Arbeit den gesamten künstlerischen Nachlass von Felix Müller gesichtet, archiviert und detailliert beschrieben. Sie hatte aber auch entscheidend die Einrichtung des Museums geprägt.

Schenkung ermöglicht Museum
Das Museums war im wesentlichen nur durch die großzügige Schenkung und Stiftung von Gertrud Müller, der Ehefrau des großen Künstlers möglich geworden. Ihr einziger Wunsch war es immer gewesen, das Werk ihres Mannes zu erhalten und dauerhaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Nur dem handschriftlichen Testament von Felix Müller, der sein Wohnhaus am Kellerweg erweitert haben wollte, um dort seine Werke ausstellen zu lassen, wurde aus irgendwelchen Gründen nie entsprochen, bedauerte Lichtenberger.

Noch heute erinnert sich der frühere Marktkämmerer und heutige SPD-Fraktionssprecher im Marktgemeinderat Andreas Pfister an die Zeit, in der krampfhaft ein Standort für ein Felix-Müller-Museum gesucht wurde. „Irgendwann machte ich nach langen Diskussionen und Debatten den Vorschlag, dass man doch das Obergeschoss des seit 1999 zum Kultur- und Veranstaltungszentrum umgestalteten Zehntspeichers als Museum einrichten könnte“, erinnerte Pfister. „Wie man heute sieht, eine kluge Entscheidung der damaligen Verantwortlichen in Neunkirchen.“

Heute verfügt das vor zehn Jahren im restaurierten alten Klosterspeicher eröffnete Museum über einen Bestand von 3600 Zeichnungen, Aquarelle, Holzschnitte und grafische Arbeiten, 1200 Kugelschreiber-Skizzen sowie hundert bildhauerische Arbeiten und Ölgemälde. Die Sammlung konnte bis zum heutigen Tag um 90 Schenkungen und 25 Neuerwerbungen erweitert, bzw abgerundet werden.

Mit sublimierter Erotik
Die jetzt eröffnete Sonderausstellung ist dem heiteren Felix Müller gewidmet, so dass nach den schweren Themen „Mater Dolorosa und Pieta“ und den Kruzifixen jetzt eine sommerliche Heiterkeit im Museum Einzug hält. Manchmal seien die Werke auch ein bisschen hintergründig-erotisch angehaucht, was der Künstler immer als „sublimierte Erotik“ umschrieben hatte.

Gleichwohl erinnerte Peter Lichtenberger die Gäste daran, dass er nunmehr seit sieben Jahren das Museum betreut. „Ich wurde heuer 66 Jahre alt, kann das Ganze schon noch eine Weile machen, wenn ich gesund bleibe“ so ein nachdenklicher Museumsbeauftragter zu seinen Gästen. Da müsse sich die Gemeinde schon einmal darüber Gedanken machen, wie das Ganze einmal weiter gehen solle.

Erst einmal hat Peter Lichtenberger noch so einiges mit dem künstlerischen Vermächtnis seines Freundes Felix Müller vor. So bereitet er gerade für September eine Ausstellung mit „Kulturhistorischen Kostbarkeiten“ zur Markterhebung Neunkirchens vor 600 Jahren vor, der im Oktober eine Gastausstellung des Eckentaler Malers und Radierers Diego Bianconi und im Dezember eine Weihnachtsausstellung folgen werden. Fr