| Nordbayerische Nachrichten - 28.07.2010 |
| Prädikat verweigert |
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| Gräfenberg: Zu wenig Schüler für „Mittelschule“ GRÄFENBERG — Das Kultusministerium will dem Schulverband, zumindest für das bevorstehende Schuljahr, den Titel „Mittelschule“ nicht zuerkennen. Der Grund: zu wenig Schüler. Bürgermeister Werner Wolf nahm deshalb mit seinem Bürgermeisterkollegen Heinz Richter in Neunkirchen Kontakt auf, weil diesem dasselbe Los zuteil geworden ist. Die beiden Bürgermeister beschlossen, den zuständigen Landtagsabgeordneten Eduard Nöth um Vermittlung zu bitten. Besonders betroffen von einer solchen Entscheidung ist die Hauptschule Gräfenberg deshalb, weil sie inzwischen schon in vielen Feldern mit der in unmittelbarer Nähe liegenden Realschule ein partnerschaftliches Verhältnis pflegt. Haupt- und Realschule Gräfenberg sind auch die Einzigen, die sich an dem Modellversuch „Kooperation zwischen Hauptschule und Realschule“ im Landkreis Forchheim beteiligt haben. Das alles kann jedoch nur funktionieren wenn der Fortbestand des M-Zweiges gesichert ist, eine zwingende Voraussetzung um die Hauptschule als Mittelschule fest zu etablieren. In einer eigens einberufenen Sitzung des Schulverbandes Gräfenberg informierte Bürgermeister Wolf über ein auf Initiative Nöths im Schulamt Forchheim geführtes Gespräch. Wolf war überrascht, welch hohes Interesse seitens der Schulbehörden diesem Thema entgegen gebracht wird, denn er sah sich zusammen mit dem Kämmerer Ernst Steinlein und Hauptschulrektor Uwe Gruszka einer Phalanx von hochkarätigen Fachleuten gegenüber. Vertreter der Regierung von Oberfranken und des Kultusministeriums waren ebenso anwesend wie die gesamte Riege der regionalen Schulbehörden. Die Zustimmung des Ministeriums sei daran gescheitert, so die Experten, dass die Gräfenberger Hauptschule im neuen Schuljahr nur 250 Schüler vorweisen kann, während die geforderte Marke bei 300 liegt. Eine Zustimmung könne deshalb nur in Aussicht gestellt werden, wenn eine Absichtserklärung des Schulverbandes Gräfenberg vorliegt, zukünftig mit der Hauptschule Neunkirchen oder der Hauptschule Eckental einen Schulverbund einzugehen, sollten die Voraussetzungen für eine Mittelschule einzeln nicht mehr gegeben sein. Ein Schulverbund dieser drei Hauptschulen würde dauerhaft eine Schülerzahl von 600 Schülern gewährleisten und damit die Voraussetzung erfüllen, die an Mittelschulen zu stellen ist. Besonders deutlich machte Verbandsrätin Renate Krause (Gräfenberg), seit 30 Jahren selbst im Lehramt, ihrem Unmut über die kultusministeriellen Hürden Luft. Auch Verbandsrat Jürgen Zimmermann (Igensdorf) brach eine Lanze für den Schulstandort Gräfenberg. Schließlich einigten sich die Mitglieder des Gremiums darauf, eine solche Absichtserklärung abzugeben für einen möglichst weit gestreckten Zeitraum, um langfristig den Mittelschulstandort nicht zu gefährden. Gleichzeitig beauftragten sie den Schulverbandsvorsitzenden Bürgermeister Wolf, verstärkt eine Kooperation mit der Hauptschule in Eckental anzustreben, weil dorthin, bedingt durch die Gräfenbergbahn und die B2 die Verkehrswege besser sind. ROLF RIEDEL |