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Nordbayerische Nachrichten - 08.09.2010
Leserbrief: Äpfel mit Birnen verglichen
Betrifft: „Ideologie statt Realismus?“ (Leserbrief vom 2. September)
In verschiedenen Veröffentlichungen wurde über das Vorhaben des Bund Naturschutz (BN) berichtet, dass das Projekt der Neuanlage von Feuchtflächen dringlich und möglichst bald anzugehen ist, nicht zuletzt auch als Ausgleich für eine Biotopfläche in Neunkirchen, die von der Bebauung umschlossen wurde: Das Biotop Neuntagewerk. Wie aus der Biotopkartierung eindeutig hervorgeht, fand, entgegen anderer Behauptung, tatsächlich eine Überbauung statt.
Dazu ist anzumerken, dass beim Landesamt für Umwelt in der offiziellen Kartierung die Fläche 0,82 Hektar angegeben wird und in den Unterlagen des Landkreises Forchheim die Angaben mit 8219 Quadratmeter spezifiziert werden. In der offiziellen Kartierung ist zudem vermerkt, dass Bauschutt sehr wohl unmittelbar am westlichen Biotoprand eingebracht wurde. Ebenso kann die vom BN gemachte Aussage, dass Neunkirchen einst von 13,6 Hektar Feuchtflächen umgeben war, welche heute auf 2,3 Hektar geschrumpft sind, anhand allgemein zugänglicher Unterlagen von jedermann nachvollzogen werden.
Dem BN Neunkirchen ist es ein Herzensanliegen, dass der alsbaldige Start des Aufbaues neuer Feuchtflächen bei einem Schwund von über 80 Prozent ein lang überfälliges Unterfangen ist und dieser sich nicht abwartend an den Zehn-Jahres-Schritten der Staatsstraßen-Ausbauplanungen ausrichten kann. Für Staatsstraßen in Bayern liegt bereits die 7. Ausbaustufe vor. Für Feuchtbiotope gibt es überhaupt keine adäquate Ausbauplanung. Es steht damit 7:0 für den Straßenbau.
Aufgrund dieser Realität lehnt der Bund Naturschutz bayernweit weiteren Straßenbau generell ab und zeigt stattdessen Lösungen auf, wie auch ohne diesen immensen Flächenverbrauch auszukommen ist. Ein Warten auf den Bau der Westumgehung ist für den Aufbau neuer Feuchtflächen nicht opportun. In Neunkirchen verschlechtert es nur den dargestellten Restbestand an Feuchtflächen.
Realismus: Der BN hat nicht einen einzigen Feuchtflächenvorschlag auf der geplanten Trasse der Westumgehung oder deren Zubringer gemacht. Vielmehr ist interessanterweise festzustellen, dass die Befürworter der Umgehungsstraße mit Horrorvision populistisch Stimmung gegen den BN machen, es aber seit zehn Jahren nicht einmal für nötig befanden, sich für die Beseitigung der Gefahrenstellen auf der örtlichen Straße stark zu machen, um Schaden von Kindern und Erwachsenen abzuwenden.
Ideologie: Es bleibt nur das Verlangen, dass Neunkirchen diese Umfahrung eben haben muss, wohl auch um mehr Lkw-Verkehr auf der Gesamtroute anzusaugen. Der Quellverkehr bleibt innerorts. Der Aufbau neuer Feuchtflächen hat mit der Westumgehung gar nichts zu tun.
Heinrich Kattenbeck, BN-Kreisvorsitzender, Kreisgruppe Forchheim