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Nordbayerische Nachrichten - 06.04.2011
Leserbrief: Nur die Umgehung entlastet

Betrifft: Westumgehung Neunkirchen
Es ist schon seltsam, wenn die MUNk selbst indirekt zugibt, dass sie weniger Zustimmung hat, als zuerst behauptet. Hat man in den Briefen an die Landtagsabgeordneten 2009 noch groß verkündet, man würde angeblich für alle Neunkirchener Bürger sprechen, so sind es plötzlich nur noch 800, also nur zirka zehn Prozent. Der Marktgemeinderat, als repräsentatives Gremium aus demokratisch gewählten Vertretern des Volkes, hat sich hingegen klar mit 17:3 Stimmen (nicht mit 12:6, wie von MUNk behauptet!) für die Westumgehung ausgesprochen.
Auch muss der Behauptung der MUNk, dass die Westumgehung für den überlasteten Straßenzug Forchheimer Straße bis Erlanger Straße kaum etwas bringt, entschieden widersprochen werden. So darf man bei der Frage der Entlastung nämlich nicht die heutigen Verkehrswerte mit den Zahlen nach dem Bau einer Westumgehung vergleichen, sondern muss natürlich immer die offizielle Prognose für das Jahr 2025 mit/ohne Westumgehung inklusive der bald kommenden Ortsumgehung Dormitz betrachten.
Auch ist die eigene Verkehrszählung der MUNk ebenfalls stark anzuzweifeln, da mit einem Startzeitpunkt erst ab 5 Uhr die sehr früh fahrenden Lkw gar nicht mitgezählt wurden. Bezogen auf die offizielle Prognose 2025 fällt die Entlastung Neunkirchens durch die Westumgehung somit wesentlich größer aus. Der Gesamtverkehr würde demnach auf der Achse Forchheimer Straße bis Erlanger Straße im Mittel um deutlich mehr als die Hälfte und der Lkw-Verkehr um mehr als drei Viertel abnehmen. So sieht’s nach den offiziellen Verkehrsprognosen nunmal aus.
Eine Aufweitung der Kreuzung am Forchheimer Tor, so wie MUNk es plant, wäre übrigens für Lkw geradezu ein Magnet, eben weil sie dann wesentlich besser um die Kurve herumkämen und sich das wohl schnell herumsprechen würde. Als Ergebnis hätte man nicht weniger sondern mehr Lkw-Verkehr in der ohnehin schon überlasteten Friedhofstraße.
Und dass diese für die Durchfahrt von zwei Lkw praktisch zu schmal ist, weiß jeder. Hier muss deren Darstellung, dass angeblich stets zwei Lkw durchpassen, entschieden als Halbwahrheit bezeichnet werden. Zum einen bedingt ein beengtes Begegnen von zwei Lkw auf beiden Seiten zusätzlich zu den 5,50 Meter Fahrbahnbreite gemäß RASt beidseitig noch je 0,25 Meter Sicherheitsabstand, der jedoch ist in der Friedhofstraße auf der Südseite teils nicht gegeben. Zum anderen muss man auch an Kühl-Lkw denken, wie sie hier auch wegen der ortansässigen Supermärkte des Öfteren durchfahren und 2,60 statt 2,55 Meter (ohne Rückspiegel) breit sein dürfen. Doch mit diesen Maßen wird der Abstand zwischen zwei Lkw definitiv unterschritten. Ebenso ist die Illusion, man könnte den Verkehr insgesamt plötzlich irgendwie vermindern, nicht mehr als ein Scheinargument, denn der Verkehr steigt immer weiter an.
Dass der Bau der Westumgehung freilich ein gewisser Eingriff in die Natur ist, steht außer Frage. Doch zum einen wird so eine Planung ohnehin darauf untersucht, dass sie sich möglichst schonend in die Umwelt einfügt, und zum anderen bliebe als einzig reale Alternative nur die weitere Belastung der Bürger im Ort mit Lärm, Abgasen und Vibrationen.
Der Mensch darf jedoch nie weniger wert sein als ein Tier oder ein Baum, eben weil auch er als Lebewesen ein Recht auf ein lebenswertes, sicheres und schönes Lebensumfeld hat. Dies gilt insbesondere für die geplagten Anwohner der Achse Forchheimer Straße, Friedhofstraße, Erleinhofer Straße, Henkersteg, Erlanger Straße.
Zu den nachweislichen Schäden durch den massiven Durchgangsverkehr an den dortigen Häusern hat die MUNk bisher jedenfalls noch nichts gesagt. Warum wohl? Man kann einen Flaschenhals noch so schön kaschieren wie man will, es ist und bleibt ein Flaschenhals, der nur durch die Westumgehung wirklich und nachhaltig entlastet werden kann.
Mario Hemmerlein, PRO Westumgehung Neunkirchen