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Fränkischer Tag - 02.05.2011
Fest entschlossen gegen Westumgehung

Strassenbau Bund Naturschutz und die Bürgerinitiative MUNK machen Druck gegen eine neue Umgehungsstraße in Neunkirchen am Brand. Die Gegner seien keineswegs in der Minderheit, betont BN-Kreisvorsitzender Kattenbeck.


Die Engstelle an der Einmündung der Friedhofstraße am Forchheimer Tor könne durch eine „Spuraufweitung problemlos verbessert werden“, meinen die Gegener der Umgehungsstraße. Foto: Wildt


Forchheim - Der Bund Naturschutz (BN) ist fest entschlossen, die Westumgehung von Neunkirchen am Brand zu verhindern. „Der Kreisverband wird sich einer Erhöhung der Dringlichkeit widersetzen, da es dafür keinen Grund gibt“, erklärte der BN-Kreisvorsitzende Heinrich Kattenbeck bei einem Pressegespräch in der Forchheimer Geschäftsstelle. „Es ist auch keine kleine Minderheit, die gegen die Westumfahrung ist, wie gern unterstellt wird.“

Und Richard Mergner vom BN-Landesverband sagte: „Bayern ist ausreichend erschlossen“, mehr Straßen würden „nicht gebraucht“.

Im Freistaat gebe es allein 13 360 Kilometer Staatsstraßen, für den Neu- und Umbau von Staatsstraßen seien im diesjährigen Haushalt bereits 100 Millionen Euro vorgesehen. „Das ist zuviel. Wer angesichts der heutigen Spritpreise nicht einsieht, dass wir eine andere Wirtschaftspolitik brauchen – Stichwort: mehr Fracht von der Straße auf die Schiene – hat die Zeichen der Zeit nicht begriffen“, so Mergner.

Mit anderen Worten: Der BN will keine weiteren Straßen mehr, weil der Straßenbau einen „massiven Flächenverbrauch“ verursache. Und zwar in ganz Bayern – nicht nur bei der Neunkirchner Westumgehung. Daher unterstütze der Landesverband auch die Aktivitäten des Forchheimer BN und der örtlichen Bürgerinitiative MUNK, die in Neunkirchen gegen die Westumgehung kämpft.

Diese, vertreten durch ihre 1. Vorsitzende Bettina Wittmann und den BN-Ortsvorsitzenden Bernhard Birnfeld, macht Versäumnisse der Vergangenheit dafür verantwortlich, dass die Gemeinde Alternativen gar nicht erst in Erwägung ziehe. Bei allen Vorschlägen der letzten 30 Jahre habe man immer das Argument gehört: Das geht nicht, sonst gefährden wir die Westumgehung.

Der BN und die Bürgerinititative MUNK sehen das etwas anders. Die Westumgehung werde überhaupt nicht gebraucht, behaupten sie. Im Gegenteil: der Regionale Planungsverband, der am 4. Mai über die Westumgehung zu entscheiden hat, solle mit falschen Begründungen „getäuscht“ werden. Von „Scheinargumenten der Initiative Pro Westumgehung Neunkirchen“, die die Gegenposition bezogen hat, ist beim BN die Rede; von „massivem politischem Druck, um zu erzwingen, dass Neunkirchen anderen Bauprojekten vorgezogen wird, wofür überhaupt kein Handlungsbedarf besteht.“

„Es stimmt nicht“, behauptet Bettina Wittmann, „dass die Engstelle an der Einmündung der Friedhofstraße am Forchheimer Tor nicht verbessert werden kann“. Ein Ingenieurbüro habe bereits gezeigt, dass eine Spuraufweitung an dieser Stelle problemlos möglich sei. Die Schwierigkeit bestehe darin, dass das angrenzende Terrain in Gemeindeeigentum war, aber inzwischen den Anrainern überlassen wurde.

Als nicht so gravierend sehen es die Gegner der Umgehung an, dass die bisherige Innerortsumgehung im weiteren Verlauf einen hohen Anteil an Schwerlastverkehr aufzunehmen hat, der unmittelbar an der Grundschule vorbeiführt. Von „nur etwa 30 Lkw mehr“, die ohne die Westumgehung anfielen, spricht Bettina Wittmann in diesem Zusammenhang.

Sie widerspreche den Befürwortern auch bei deren Vorwurf, dass dort Schulkinder gefährdet würden. Die beiden Unfälle, auf die diese Bezug nehmen, seien nicht am Forchheimer Tor geschehen, sondern im Bereich der Einmündung der Straße nach Rosenbach und in der Forchheimer Straße – rund 50 Meter vom Forchheimer Tor entfernt. Außerdem sei der Schwerlastverkehr hier rückläufig.

Für die Befürworter der Umgehung ist das eine überraschende Feststellung, da Straßensperrungen gerade vom Bun Naturschutz mit dem wachsenden Anteil von Lkw und der damit verbundenen Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern begründet werden.

Der Hinweis auf einen Gewerbestandort Hetzles mit dem Einsatz von 40-Tonnern ist dem Aktionsbündnis nicht so wichtig: „Es ist nicht erforderlich, derartige Standorte im Randbereich eines Ballungsraums auszubauen.“

In einer schriftlich vorbereiteten Erklärung liefert der BN allerdings einen Grund, der einer Westumgehung nicht unbedingt widerspricht: „Verschwiegen wird hier“, so die BN-Argumentationshilfe gegen die Befürworter, „dass der Markt (Neunkirchen) gerade wegen dieser Spediteure per Klage gezwungen wurde, die Friedhofstraße wieder zu öffnen.“

VON UNSEREM MITARBEITER Gernot Wildt