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Fränkischer Tag - 01.09.2011
Minister ist „moralisch verpflichtet“

Verkehr Heinz Richter erwartet von der Ministerkonferenz im September ein klares Ja zur Westumfahrung Neunkirchens. „Alles andere wäre eine riesige Enttäuschung.“

Heinz Richter


CSU, Freie Wähler, SPD, Großenbucher Dorfgemeinschaft und die „Überparteilichen“ sind sich einig: Neunkirchen braucht die Westumgehung.


Ebersbacher Landwirte wehren sich gegen Eingriffe in ihre Fluren.




Neunkirchen am Brand - Voll Spannung fiebert der Neunkirchener Bürgermeister Heinz Richter (FW) dem 14. September entgegen. An diesem Tag entscheidet der Ministerrat der Bayerischen Staatsregierung darüber, ob die Westumfahrung Neunkirchen in die höchste Dringlich aufgestuft wird oder nicht. „Ändert sich nichts am Status quo, haben wir vor 2025 keine Chance auf Realisierung des 7,3 Millionen teueren Projektes“, urteilt Richter. Dabei wäre seiner Meinung nach das Bayerische Innenministerium „schon aus moralischen Gründen verpflichtet“, der Neunkirchener Westumgehung höchste Priorität einzuräumen.

Provisorium seit 1995
Im bereits 1984 verabschiedeten Flächennutzungsplan sei eine „lila Trasse“ als Westumgehung eingezeichnet. Dieser Straßenverlauf decke sich zum Großteil mit der im März 2009 präsentierten Vorentwurfsplanung, die vom staatlichen Bauamt Bamberg erstellt wurde. Im Februar 1995 handelten Vertreter des Marktes Neunkirchen am Brand mit dem Bayerischen Innenministerium eine Vereinbarung aus, wonach der Schwerlastverkehr über die Friedhofstraße geführt wird und die Staatsregierung für den erhöhten Straßenunterhalt aufkommt.

Immer wieder verschoben
Damals sei eindeutig von einer „Zwischenlösung“ die Rede gewesen, informiert Bürgermeister Richter. Das Vorhaben sollte umgehend in die höchste Dringlichkeitsstufe des Bayerischen Straßen-Ausbauplanes eingestuft werden. Stattdessen wurde das Projekt immer wieder verschoben. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass im sechsten Straßen-Ausbauplan von einer Verwirklichung der Ortsumfahrung Neunkirchen am Brand ab 2011 die Rede ist. Deshalb ist Heinz Richter stinksauer.

Als bei der nächsten Fortschreibung des Straßen-Ausbauplanes die Westumgehung von Neunkirchen erneut verschoben wurde, kündigte die Marktgemeinde den Vertrag mit der Staatsregierung hinsichtlich des Provisoriums Friedhofstraße. Die Folge: Der Schwerlastverkehr dürfte gar nicht mehr durch Neunkirchen fahren. Eine Umleitung wurde ausgeschildert. Doch dagegen klagte ein Fuhrunternehmer. Das Verfahren läuft. Und immer wieder bleibt ein Brummi an einem der historischen Tore des Marktfleckens hängen.

Schwerverkehr ist eine Gefahr
„Ich denke aber vor allem an die Sicherheit der Bürger“, argumentiert Heinz Richter. Die Räder eines Schwertransporters sind größer als ein Kind. Das flößt Angst ein. Und für die älteren Neunkirchner, die für das stille Gebet an der letzten Ruhestätte ihrer Angehörigen die hoch frequentierte Friedhofsstraße überqueren müssen, sei der Schwerlastverkehr ebenfalls eine ernst zu nehmende Gefahr. „Deshalb muss die Westumgehung kommen. Alles andere wäre eine riesige Enttäuschung für uns“ fordert Richter.

Viele sind dafür
Er kann nicht verstehen, warum ein Vorhaben, hinter dem 17 von 20 Gemeinderäten und alle Bürgermeister der Nachbarkommunen stünden nicht schneller voran kommt. Auch seitens des regionalen Planungsverbandes Oberfranken-West gebe es seit 4. Mai dieses Jahres einen einstimmigen Beschluss, der Westumfahrung Neunkirchen höchste Priorität einzuräumen. Allerdings konnte sich das Gremium nicht dazu durchringen, zu Gunsten einer Entlastung von Neunkirchen ein anderes Projekt in Oberfranken zurückzustufen. Nun sei das Innenministerium, bzw. der Ministerrat am Zug, findet Richter, der darauf verweist, dass der Obersten Baubehörde in München zwischenzeitlich auch eine Kosten-Nutzen-Analyse, eine Umweltverträglichkeitsprüfung und Gutachten, das die Auswirkungen der Umgehungsstraße auf das Entwicklungspotenzial des Raumes beleuchtet, vorlägen.

Selbst Manfred Jung, Leiter der Obersten Baubehörde in München habe bei der jüngsten Unterredung im Juli dieses Jahres die Meinung vertreten, die Umfahrung von Neunkirchen sei höchst dringlich. „Jetzt muss möglichst bald das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden“ findet Richter.

Projekt überflüssig?
Nicht ganz so euphorisch sehen die Bürgerinitiative „Munk e.V.“, eine Bürgerinitiative für ein modernes, umwelt- und verkehrsbewusstes Neunkirchen am Brand, der Bund Naturschutz und die Ebersbacher Landwirte die Westumfahrung Neunkirchens. Während sich die Ebersbacher Bauern gegen eine Zerschneidung ihrer Fluren wehren, stellen Naturschützer und Vertreter der Bürgerinitiative die Notwendigkeit des Projektes grundsätzlich in Frage.

Immerhin müsste für die Trasse durch das Ebersbachtal zwischen der „Pfaffenau“ und dem „Höllenpfuhl“ ein bis zu zehn Meter hoher Damm aufgeschüttet und gleichzeitig ein zehn Meter tiefer Einschnitt in den Flurbereich „Lohr“ vorgenommen werden. Würde die Trasse näher an Neunkirchen herangerückt, fielen die Einschnitte weniger drastisch aus und das Projekt würde billiger, argumentieren die Ebersbacher Landwirte.

VON UNSEREM REDAKTIONSMITGLIED
JOsef Hofbauer