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Nordbayerische Nachrichten - 14.03.2013
Aus der Leserpost: Eine Umfahrung verbessert nichts
Betrifft: Westumfahrung Neunkirchen

Gerade war in den NN von einem neuen Anlauf zur Westumgehung Neunkirchens zum Aushandeln einer Kostendeckelung zur vorgezogenen Unterlagenerstellung für eine Planfeststellung zu lesen. Warum eigentlich Gemeindegeld zum Vorziehen, fragt man sich, wenn in absehbarer Zeit der Freistaat derartiges ohnehin auf seine Kosten erzeugen würde?
Offenbar will man schnell Fakten schaffen. Noch aber kann man sich im Ebersbachtal, dem Lohrwald und auf der Anhöhe zu Höllpfuhl erholen. Gleichzeitig sind dort die in die Kulturlandschaft eingebetteten Naturbereiche als Rückzugsrefugien für seltenere Arten noch erhalten.
Dem Bund Naturschutz (BN) ist gerade der Erhalt dieser Refugien weiterhin ein vorrangiges Anliegen, zumal solche in den letzten Jahrzehnten durch Wachsen der Siedlungen und intensiv genutzter Ackerflächen deutlich geschrumpft sind. Feuchtflächen etwa – Basis für die Nahrungshabitate auch höherer Arten – sind um Neunkirchen in nur 100 Jahren um mehr als 85 Prozent geschrumpft, auch Magerrasenwiesen wurden weniger.
Eine Umfahrung würde die Situation keinesfalls verbessern. Aus BNSicht muss daher die Frage beantwortet werden, ob wir uns das heute bezüglich des Artenschutzes noch leisten können – auch wenn die, durch die Straßenbauer beauftragten Gutachter hier punktuell und ohne übergreifende Gesamtbetrachtung keine Schwierigkeiten bescheinigen mögen.
Von den Straßenbefürwortern werden seit Jahren Diskussionen um die Notwendigkeit der Westumfahrung im Keim erstickt, etwa mit Hinweisen, die Situation sei nunmehr nicht mehr tragbar. Das Abnehmen des Lkw-Verkehrs (noch vor der Sperrung über 7,5 Tonnen) zwischen 2005 und 2010 um mehr als 35 Prozent sei nur eine wirtschaftliche Delle und eine Verbesserung zum Auflösen des Staus in der Friedhofstraße per Abknickender Vorfahrt/Ausbau deren Ausrundung könne gerade die beklagte fehlende Sicherheit für Kinder nicht verbessern, sondern alles würde noch schlimmer. Kosten kämen auf Anwohner zu. Nichts geht, nur die Umfahrung könne Abhilfe bringen.
Wieso eigentlich? Eine Umfahrung verbessert all das nicht; dortige Baumängel bleiben Bedrohungen, mit Vorbeifahrt jedes Versorgungsfahrzeugs oder Busses – und das auf Jahrzehnte. Dies widerspricht der Aussage, mit einer Umfahrung für sofortige Sicherheit für die Kinder zu sorgen. Wie ist es zu vertreten, dass man Kinder mit der Umfahrung schützen will, einfache Alternativen bei der Verbesserung der Ortspassage, selbstverständlich mit Rücksicht auf Belange von Anwohnern, aber nicht in Angriff nimmt? Wieso nicht den Vorteil nutzen, für diese zu schützenden Kinder ein noch intaktes Natur-Umfeld mit seltener werdenden Arten zu bewahren?
Der Mensch zumindest ist nicht die Schöpfungskrone mit Lizenz zum Auslöschen der Arten, er ist nur ein Schöpfungsteil. Ihm ist die Verantwortung zum Bewahren übertragen. Vorziehen von Tatsachen, die derartiges außer Acht lassen, entsprechen eher überkommenem Denken nach unendlich funktionierendem Wachsen – der Fata Morgana von gestern.
Bernhard Birnfeld, 1.Vorsitzender BN-Ortsgruppe Neunkirchen

In unserer Rubrik „Aus der Leserpost“ werden keine redaktionellen Meinungsäußerungen, sondern die Ansichten der Einsender wiedergegeben. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. Die Verfasser sollten Anschrift und Telefonnummer angeben, insbesonderebei E-Mail.