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Nordbayerische Nachrichten - 01.11.2007
Lebenslange Freunde

Karl Schwab und Felix Müller standen sich sehr nahe



2. Bürgermeisterin Sigrid Lauer und der Museumsbeauftragte Peter Lichtenberger (von links) stellten zusammen mit Birgit Rauschert und Karl Schwabs Witwe Meta (von rechts) das neue Buch über Felix Müller vor.
Foto: Karl-Heinz Frank


NEUNKIRCHEN (fr) — Mit einer Reihe von Gedenkfeiern haben die Neunkirchener den zehnten Todestag ihres großen Bildhauers und Malers Felix Müller begangen. Seit 1948 hat er in Neunkirchen gelebt und gewirkt.
Bis zu seinem Tod im Oktober 1997 hat der Künstler dem Markt ein künstlerisches Erbe von über 5000 Exponaten hinterlassen. Nachdem bereits im September eine Sonderausstellung mit Werken des Bildhauers in der Museumsetage des historischen Zehntspeichers geöffnet hatte, fand jetzt am Grab von Gertrud und Felix Müller eine Gedenkstunde statt, zu der die 2. Bürgermeisterin Sigrid Lauer und der örtliche Museumsbeauftragte Peter Lichtenberger auf den Großenbucher Friedhof eingeladen hatten.
Der Enthüllung einer Gedenktafel am früheren Wohnhaus des ehemaligen Ehrenbürgers, schloss sich dann ein Besuch in der Katharinenkapelle an, wo die Besucher mit dem Wilhermsdorfer Kreuzigungsaltar eines der großen Kunstwerke von Felix Müller besichtigen. Entstanden war es Mitte der 30er Jahre als dreiteiliges sakrales Kunstwerk für den Gebetsraum der katholischen Gemeinde in Wilhermsdorf, in dessen Nähe er im benachbarten Laubendorf vor dem Krieg gelebt hatte.

Die erste Begegnung
Im Felix-Müller-Museum schließlich fand am Abend vor geladenen Gästen die Buchpräsentation „Felix Müller, Bildhauer und Maler — Briefe an Karl Schwab in Rückersdorf 1933 bis 1997“ statt. Von Claudia Miksch (Querflöte) und Jochen Roth (Gitarre) musikalisch in Szene gesetzt, erzählte Peter Lichtenberger den Gästen von seiner ersten Begegnung mit Felix Müller und seiner Frau Gertrud im Jahr 1979.
Dabei erzählten ihm die beiden immer wieder vom „Direktor Schwab“, einem Freund und Mäzen und einer lebenslangen Freundschaft, die sich über die Jahrzehnte hin in unzähligen Briefen dokumentierte und einen Überblick über die Lebensstationen, über Zeitzeugnisse und vor allem über die Einschätzung der beiden Männer zur Kunst im Allgemeinen und den Werken Felix Müllers im Besonderen verschafften.

Sichtlich gerührt
So war es dann auch mehr als eine gute Geste, dass mit Meta die Witwe von Karl Schwab zu der Buchvorstellung gekommen war, ohne deren nicht endend wollende Hilfe und Unterstützung bei den Recherchen dieses Werk in seiner jetzigen Form nicht hätte entstehen können, wie ein sichtlich mit der Rührung kämpfender Museumsbeauftragter betonte. Der Schlusssatz im letzten Schreiben von Felix Müller am 2. August 1997 an den Freund Karl Schwab endete mit: „Welch wunderbare Symbiose! Du und ich“ und stand einem Signum gleich für diese lebenslange Freundschaft, die auch Karl Schwab nur um vier Jahre überlebte.
Mit Schuberts „Winterreise“ fand am selben Tag in der Katharinenkapelle ein Liederabend statt, an dem Felix Müller vor zehn Jahren auf dem Neunkirchener Friedhof aufgebahrt war, und mit diesem, von Peter Lichtenberger gesungenen, Lied begann der Museumsbeauftragte dann auch die folgende Brieflesung.

Das illustrierte Buch vom Markt Neunkirchen am Brand und dem Felix-Müller-Museum herausgegeben, ist im Kulturamt des Landkreises Forchheim erschienen und ist im Buchhandel und im Museum in der broschierten Ausgabe für 19,50 Euro, in der in Leinen gebundenen Sonderausgabe nur im Müller-Museum für 40 Euro erhältlich.